Kopfpauschale heisst jetzt Gesundheitsprämie

Viele Politiker, allen voran der amtierende Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, plädieren für eine Einführung der Gesundheitsprämie, die vielfach auch als Kopfpauschale bezeichnet wird. Das Konzept sieht vor, das jeder Versicherte einen einheitlichen Prämiensatz in die Krankenversicherung einzahlt, womit dann die Ausgaben für die Behandlung Kranker ermöglicht wird.

Die Krankheitskostenpauschale soll dabei unabhängig vom Einkommen sowie vom Gesundheitszustand erhoben werden und für alle Versicherten gelten. Dieses revolutionäre Konzept wirft jedoch zahlreiche Fragen auf, und nicht jeder Versicherte kann hiervon profitieren.

Befürworter der Gesundheitsprämie werben hierfür, da sich aus ihrer Sicht mit Einführung der Kopfpauschale eine bessere Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitswesens ergibt, sogar Sparpotenziale werden ausgemacht. Die Gegner hingegen sprechen vom „Untergang des Solidarprinzips“, denn sowohl Geringverdiener wie auch gut bezahlte Angestellte müssten von nun an den gleichen Beitrag zur Krankenversicherung bezahlen. Der Ausgleich müsste jedoch aus Steuereinnahmen erfolgen, wozu die Steuern für alle deutschen Bürger, auch für Versicherte der privaten Krankenkassen, angehoben werden müssten.

Gewinner und Verlierer der Gesundheitsprämie bzw. Kopfpauschale

Von der Kopfpauschale profitieren dabei vor allem gut verdienende Arbeitnehmer, die keine Nebeneinkünfte erzielen. Wer seinen Lebensunterhalt jedoch ausschließlich aus steuerpflichtigem, aber nicht beitragspflichtigem Einkommen erzielt, etwa durch die Vermietung von Grünflächen oder die Vermietung von Immobilien, wäre durch die Einführung der Kopfpauschale benachteiligt.
Zu den Gewinnern der Kopfpauschale könnten aber auch die Arbeitgeber gehören, deren Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung auf sieben Prozent fixiert wird. Hierdurch wird eine weitere Anhebung der Lohnnebenkosten vermieden, wodurch der Standort Deutschland gestärkt wird.

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