Keine Prämien für Debeka-Kunden über Fitness-App

Es wird derzeit viel diskutiert, wie Fitness- bzw. Gesundheits-Apps Einzug in den Versicherungsmarkt finden. Einige Punkte stehen dabei im Fokus – etwa ob die Übermittlung von positiven Gesundheitsdaten über Prämien belohnt wird. Die Debeka distanziert sich nun vorerst von dem Thema und macht darauf aufmerksam, dass es andere wirksame Mittel gibt, um gesunde Kunden zu belohnen.

Auf der Jahrespressekonferenz der Debeka hat Uwe Laue, Chef des privaten Krankenversicherers, kürzlich bekanntgegeben, dass sich sein Konzern vorerst von dem Thema Gesundheits-App distanziere. Der Versicherer begründet die Entscheidung mit den derzeitigen Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit solcher Apps mit den Prinzipien der Krankenversicherung. Doch die neuen technischen Möglichkeiten, die teilweise schon nachweisliche Erfolge vorweisen können, sollen dennoch Teil der Debeka werden. So will das Unternehmen prüfen, inwiefern sie Versicherte beim Gebrauch von Gesundheits-Apps unterstützen kann.

Debeka: Gesundheitsbewusstes Leben kann anders belohnt werden

Die Debeka setzt bei ihren Prämienprogrammen nicht auf die Übermittlung von guten Gesundheitsdaten via App, sondern auf Beitragsrückerstattungen wenn Versicherte keine Leistungen in Anspruch nehmen. Diese Methode habe 436.000 leistungsfreie Kunden im Jahr 2014 belohnt, wie aus der ÄrzteZeitung hervorgeht.
Doch auch wenn der Versicherer Abstand von Prämien für Nutzer von Gesundheits-Apps, Fitnessarmbändern und Co. nimmt, verschließt er sich nicht vor den neuen technischen Möglichkeiten. Das zeigt sich in dem offenen Umgang mit Neuerungen am Markt.

Imagegewinn durch liberale Beitrittspolitik

Auf der Jahrespressekonferenz in Koblenz wurde betont, dass die Debeka „Tarife mit großen Kollektiven schaffen will“, so Laue. Im Zuge dessen setzt die Versicherung seit 2013 auf eine liberalere Beitrittspolitik: Der private Krankenversicherer nimmt seitdem auch ehemalige gesetzlich Versicherte auf, die schwere Vorerkrankungen haben. Dabei begrenzt das Unternehmen die erhobenen Risikozuschläge auf 30 Prozent.

Für die Debeka bedeutet die Aufnahme von bereits erkrankten Menschen einen erheblichen Gewinn an Ansehen. Gleichzeitig setzt das Unternehmen ein Zeichen: Es ist offenbar für große Gesellschaften möglich, auch Menschen mit Vorerkrankungen zu versichern und ihnen die verbesserten Leistungen der privaten Krankenversicherung zu ermöglichen. Dies sei, so Debeka-Vorstand Roland Weber, „kein großes Risiko für das Unternehmen“.

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