Keine Fitness- App Tarife bei der Allianz

Für die einen ist es der Versicherungstrend der Zukunft: Individuell kalkulierte Krankenversicherungstarife, die sich an biometrischen Daten orientieren, die beispielsweise durch Fitness-Apps an den Versicherer übermittelt werden. Für die anderen bestehen hierbei datenschutzrechtliche Bedenken – es drohe der gläserne Patient. Dabei sieht nicht jeder Versicherer in der PKV praktische Anwendungsmöglichkeiten.

Fitness-App bei PKV mit datenschutzrechtlichen Bedenken

Die Generali hat vor einiger Zeit eine neue App angekündigt, die die Gesundheit von Versicherten misst und dadurch bei besonders gesundheitsbewusstem Verhalten mit Beitragsreduzierungen oder Prämienrückerstattungen lockt. Datenschützer haben von Anfang betont, dass dieses Vorhaben heikel ist. Es sei nicht geklärt, wer am Ende Zugriff auf die sensiblen Gesundheitsdaten erhält bzw. wie die Daten weiterverwendet werden. Der Marktführer Debeka hat selbst die Verwendung einer solchen App für die eigenen Krankenvollversicherten schon ausgeschlossen.

Allianz und Debeka verzichten auf individuelle Risikokalkulation auf Basis von App-Daten

Nun schließt sich die Allianz dieser Einschätzung ein. Man erwäge ein Fitness-App zur Überwachung der Versicherten aber vor allem deshalb nicht, weil dies für die private Krankenversicherung unpraktikabel wäre. Wie die WirtschaftsWoche aktuell die Chefin der Allianz Krankenversicherung, Birgit König, zitiert, passen die notwenigen kleinteiligen Kollektive nicht in die PKV. Schließlich haben Radfahrer andere gesundheitliche Vorteile durch die Ausübung ihres Sport als Läufer, auch bringt jede Sportart beispielsweise durch Unfallrisiken oder Verschleißerscheinungen auch eigene Kostenrisiken mit sich.

Generali plant weiterhin Fitness-App-Tarif

Dementsprechend bräuchte es eigenes eigenen Radfahrer-tarifs und daneben eines Läufer-tarifs. Spätestens wenn ein Versicherter mehrere Sportarten regelmäßig ausübt, wäre die Kalkulation kaum mehr möglich. Es wird also zumindest bei Debeka und Allianz erst einmal keine App-Tarife geben. Die Generali hält hingegen an ihren Plänen fest. Wann ein entsprechendes Tarifangebot verfügbar sein wird, ist allerdings noch unklar. Privatversicherte, die die Möglichkeit haben zukünftig eine entsprechende Fitness-App zu nutzen, sollten Vor- und Nachteile genau abwägen.

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