Internet: Neues Portal für Zweitmeinung bei Operationen

Dieser Schritt darf als ungewöhnlich bezeichnet werden. 12 Chirurgen, die zu den führenden Köpfen in Deutschland auf ihrem Gebiet gehören, wollen mit einer außergewöhnlichen Idee die Flut unnötiger Eingriffe eindämmen. Es geht um die Gründung eines Portals im Internet, über welches sich Patienten eine unabhängige Zweitmeinung zur OP einholen können. Heißen soll die Plattform „Vorsicht! Operation“.

Neues Portal für mehr Transparenz

Dass im Internet Portale für Verbraucher wie Pilze aus dem Boden schießen, wo sich Ärzte, Lehrer usw. bewerten lassen, ist nicht neu.

Die Idee 12 führender Chirurgen aus Deutschland dürfte allerdings so etwas wie eine Premiere sein. Denn die Mediziner wollen das Internet nutzen, um die nach ihrer Meinung überhandnehmende Flut an überflüssigen Operationen einzudämmen. Wie gestaltet sich die praktische Umsetzung dieser Idee?

Patienten können ihre Befunde (Laborergebnisse, Röntgenbilder o. Ä.) an das Portal schicken, müssen zusätzlich Fragen zur Anamnese beantworten und sollen innerhalb von ca. 14 Tagen eine unabhängige Zweitmeinung zu dem vorgesehnen Eingriff bzw. dessen Notwendigkeit erhalten. Hinter der Idee steht die handfeste Kritik der Initiatoren an einer Flut von Operationen, die nach Meinung der Mediziner eigentlich in vielen überflüssig wären.

Operations-Portal – Unterstützung von den Kassen

So sehen einige Experten manchen Eingriff kritisch. Der Gewinn für den Patienten ist aus Sicht der Mediziner gleich null, er nützt nur dem Arzt. Eine Tatsache, welche mit dem neuen Portal und dem Gutachten ein Riegel vorgeschoben werden soll. Konkret geht es dabei um Knie, Rücken und Schulter. Inwiefern auch andere Bereiche der Chirurgie in das Portal einbezogen werden, bleibt offen.

Ob das Portal am Ende den gewünschten Erfolg haben wird, hängt auch von der Unterstützung aus dem Bereich der Krankenversicherer ab. Hier haben zumindest die Debeka und die Deutsche Betriebskrankenkasse Unterstützung angekündigt. Denn umsonst wird es das Gutachten der Mediziner nicht geben, es soll zwischen 200 und 600 Euro pro vorgebrachten Fall kosten.

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