Insulin – der neue Schlankmacher?

Statt mit Sport wird in Zukunft überflüssigen Pfunden mit einem Nasenspray der Kampf angesagt. Zugegeben – diese Vorstellung ist noch etwas weit hergeholt. Allerdings deuten wissenschaftliche Studien daraufhin, dass sich zum Beispiel mit Insulin zumindest ein Teilerfolg gegen Fettleibigkeit erzielen lässt. Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin berichteten Forscher über ihre Erfahrungen mit dem Hormon, welches sie über ein Nasenspray den Probanden verabreichten.

Geschlechterspezifische Unterschiede in der Behandlung

Zwei wesentliche Punkte kristallisierten sich als Ergebnis der Studie heraus.

Das Hormon Insulin ist durchaus in der Lage, die Gewichtsreduktion zu beeinflussen. Allerdings nicht bei jedem Probanden gleich. Insbesondere Männer sprachen positiv auf die Verabreichung des Hormons an und verloren an Gewicht. Bei den weiblichen Studienteilnehmern war eher das Gegenteil der Fall. Hier kam es sogar zu einer Gewichtszunahme.

Aufgrund der Studie wissen die Wissenschaftler nicht nur mehr über die Wirkungen des Insulins. Es scheint auch klar, dass Insulin bei Männern und Frauen unterschiedlich wirkt. Insbesondere auf Insulin scheinen die Areale im Gehirn unterschiedlich zu reagieren. Insulin ist allerdings nicht das einzige Hormon, das gegen Fettleibigkeit eingesetzt werden kann. Tierversuche mit dem Hormon GLP-1 an Mäusen haben gezeigt, dass mit dem synthetischen Hormon eine erhebliche Gewichtsabnahme möglich ist.

Hormonbehandlung gegen Adipositas

Der aktuelle Versuch und die zurückliegenden Studien machen deutlich, dass Sport und eine gesunde Ernährung in Zukunft nur eine Seite sind, wie Fettleibigkeit behandelt werden kann. Mediziner konzentrieren sich zunehmend auch auf Hormontherapien. Allerdings steckt diese Behandlungsform derzeit noch in den Kinderschuhen. Und hat mit entsprechenden Startschwierigkeiten zu kämpfen. Denn ein Eingriff in den Hormonhaushalt ist alles andere als ungefährlich.

Kritiker sehen bei den Hormonbehandlungen neue Gefahren für die Gesundheit aufziehen. Insbesondere bei Frauen stehen solche Behandlungen mit einem grundlegenden Eingriff in den Hormonhaushalt im Verdacht, die Entstehung von Krebs zu begünstigen. Es wird in naher Zukunft also nicht möglich sein, Adipositas nur durch die Gabe von Hormonen zu behandeln. Betroffene müssen nach wie vor selbst an sich arbeiten.

 

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