Insolvenz: BKK für Heilberufe steht vor dem Aus

Erst seit wenigen Tagen steht fest, dass die City BKK zum 1. Juli geschlossen wird. Womöglich könnte der Betriebskrankenkasse schon innerhalb kürzester Zeit die nächste Betriebskrankenkasse folgen. Medienberichten zufolge steht auch die BKK für Heilberufe vor dem Aus. Die geplante Sanierung der BKK für Heilberufe ist bereits gescheitert. Findet sich ein Fusionspartner, steht die GKV vielleicht schon bald vor der Insolvenz.

Macht die City BKK Schule?

Für die Betriebskrankenkassen wäre es ein herber Rückschlag.

Denn die gesetzlichen Krankenkassen, denen in den Medien die meiste Aufmerksamkeit gewidmet wird, stammen beide aus den Reihen der Betriebskrankenkassen. Nicht nur das Image könnte unter einer zweiten Pleite leiden. Auch die Kosten fallen am Ende auf alle Betriebskrankenkassen zurück. Wie brisant die Lage in der BKK für Heilberufe ist, macht eine Mitteilung des Beirats der BKK deutlich.

Ohne einen Partner, der bis Ende Mai gefunden ist, droht die Insolvenz – und zwar in den nächsten Monaten. Mit Sicherheit keine allzu rosigen Aussichten für die ca. 130.000 Versicherten der BKK für Heilberufe. Denn das aktuelle Beispiel City BKK zeigt, wie schwierig es einige Versicherte haben können, trotz eigentlich klarer gesetzlicher Regelungen, eine neue Krankenkasse zu finden.

BKK-Pleite als Dominoeffekt

Bislang hoffen aber die BKK für Heilberufe und natürlich alle anderen Betriebskrankenkassen auf eine Fusion. Denn obwohl dieser Schritt nicht ohne Kosten durchzusetzen wäre – eine Schließung der BKK für Heilberufe käme alle anderen BKK´s noch teurer. Inzwischen scheint in der Branche sogar die Angst vor dem Dominoeffekt umzugehen. Die Betriebskrankenkassen werden bei einer Schließung der BKK für Heilberufe gemeinsam in die Pflicht genommen und haften für Verbindlichkeiten.

Genau diese Form der Kollektivhaftung könnte dafür verantwortlich sein, dass andere der kleinen BKK´s ebenfalls in finanziell unruhiges Fahrwasser kommen. Und am Ende ebenfalls auf die Insolvenz zusteuern. Was bleibt ist die Hoffnung auf einen Fusionspartner, der den Karren sprichwörtlich aus dem Dreck ziehen kann.

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr