Immunabwehr: Cholesterinsenker helfen gegen Viren

In Herbst und Winter haben Schnupfen, Husten und Grippe Hochsaison. Das nasskalte Wetter schafft ideale Bedingungen für eine schnelle Ansteckung. Jetzt haben Wissenschaftler der Universität Edinburgh einen neuen Ansatz entwickelt, wie sich Bakterien und Viren ohne die Keule Antibiotika bekämpfen lassen. Die Forscher fanden heraus, dass Cholesterinsenker unter Umständen auch gegen die Krankheitserreger wirken können.

Stoffwechsel beeinflusst Vermehrung von Viren

Wer sich mit Viren und Bakterien infiziert, dem helfen meistens nur noch Medikamente wieder auf die Beine.

Insbesondere Antibiotika werden tagtäglich in Deutschland verschrieben. Allerdings kann eine mangelnde Therapietreue dazu führen, dass einige Erreger überleben. Und am Ende Resistenzen gegen die Antibiotika entwickeln. Eine Tatsache, mit welcher die Wissenschaft bereits seit Jahren zu kämpfen hat.

Forschern um Peter Ghazal von der University of Edinburgh ist es gelungen, einen neuen Ansatz zu entwickeln, wie sich Viren und Bakterien als Krankheitserreger noch bekämpfen lassen. Um sich vermehren zu können, müssen die Mikroorganismen auf das Cholesterin im Stoffwechsel zurückgreifen. Und genau hier setzt der Körper einen wichtigen Hebel an. Interferon sorgt nicht nur für ein Ankurbeln des Immunsystems. Es schränkt den Cholesterinstoffwechsel ein.

Cholesterinsynthese beeinflusst Krankheitserreger

Die Erkenntnis der Wissenschaftler aus Edinburgh: Die Cholesterinsynthese beeinflusst die Vermehrung der Krankheitserreger. Ein wichtiges Puzzleteil. Denn nicht nur der natürlich Botenstoff Interferon fährt den Cholesterinstoffwechsel herunter. Auch künstliche Cholesterinsenker wie Statine haben diesen Effekt. In Versuchen mit Mäusen fanden die Wissenschaftler heraus, dass nach Gabe der Mittel die Vermehrung der Viren deutlich nachließ.

Neuer Ansatz in der Behandlung von Infektionen

Die Erkenntnis, dass sich mithilfe von Cholesterinsenkern Infektionskrankheiten beeinflussen lassen, könnte zu einem neuen Ansatz in der Behandlung führen. Statt immer Antibiotika zu verschreiben, könnten Arzneimittel direkt am Cholesterinstoffwechsel angreifen, um den Krankheitserregern Einhalt zu gebieten. Bis es allerdings soweit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Schließlich müssen geeignete Cholesterinsenker nicht nur die Cholesterinsynthese beeinflussen, sondern auch das Immunsystem als Einheit stärken.

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