IGeL: Das lukrative Geschäft mit den Kassenpatienten

IGeL Leistungen für Privatpatienten

IGeL: PKV-Patienten als Melkkuh

Die Gesundheit ist dem deutschen Verbraucher lieb und teuer. Nachrichten über zunehmend häufiger auftretende Krebserkrankungen, die aktuelle EHEC-Infektionswelle und Lebensmittelskandale sind ein idealer Nährboden für die Angst um die eigene Gesundheit. Ärzte haben ein Mittel gegen diese Angst parat – Zusatzleistungen für eine vermeintlich bessere Gesundheit. Experten warnen allerdings vor diesen individuellen Gesundheitsleistungen, deren Nutzen nicht immer unumstritten ist. Zumal IGe-Leistungen ( IGeL ) für den Kassenpatienten teuer werden können.

Lukrativer Markt für Ärzte

Für die Mediziner sind IGeL dagegen äußerst lukrativ.

Laut Wissenschaftlichen Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen ( AOK ) haben allein im vergangenen Jahr die Kassenpatienten in deutschen Arztpraxen für diese medizinischen Zusatzleistungen rund 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. Zum Vergleich: Vor sechs Jahren, also 2005, war die Summe der Ausgaben für IGeL noch um 50 Prozent niedriger. In den letzten Jahren hat das Volumen der Zusatzleistungen also erheblich zugenommen.

Im Vergleich zu den gesamten Ausgaben im Gesundheitswesen sind die 1,5 Milliarden zwar immer noch verschwindend gering. Allerdings müssen die Rechnung für Zusatzleistungen, die abseits des gesetzlich vorgeschriebenen Leistungskatalogs erbracht werden, komplett von den Kassenpatienten getragen werden. Was IGe-Leistungen zudem umstritten macht, ist die medizinische Notwendigkeit. Etliche Untersuchungen werden gerade von verbraucherorientierten Experten infrage gestellt.

Patienten zunehmend überfordert

Und es kommt ein weiterer Faktor ins Spiel. Viele Patienten, die zum Arzt gehen, um Beschwerden und Krankheiten behandeln zu lassen, sind mit den IGeL schlicht überfordert. Einerseits ist deren Zahl und Bandbreite inzwischen für den Laien unüberschaubar geworden. Auf der anderen Seite vertrauen Patienten dem Urteil der Ärzte – ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis entsteht. Während der Kassenpatient auf Hilfe hofft, hat das Gegenüber ein handfestes ökonomisches Interesse.

Wichtige Hinweise für gesetzlich Versicherte

Verbraucherschützer weisen daher immer wieder darauf hin, dass Patienten im Bereich der IGe-Leistungen besonnen reagieren, sich für die Entscheidung Zeit nehmen und sich nicht beeinflussen lassen. Dass Zusatzleistungen nicht zum Leistungskatalog der GKV gehören, hat Gründe. Und trotz der Tatsache, dass Ärzte auf den „Verkauf“ der Zusatzleistungen geschult werden, sollte man als Patient immer auf dem medizinisch Notwendigen bestehen.

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