Herzinfarkt: Die Macht der Gene
Der Herzinfarkt gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Meist trifft er Betroffene vollkommen unvorbereitet. Umso wichtiger ist nicht nur eine schnelle Reaktion der Ersthelfer. Auch die Prävention und Vorhersage gewinnt an Bedeutung. Forscher haben jetzt mehr als ein Dutzend neue Gene entdeckt, die den Herzinfarkt begünstigen und das Risiko für den Infarkt erheblich erhöhen können.
Ohne Herz geht nichts mehr
Das Herz ist eines der wichtigsten Organe des Menschen. Sorgt es doch dafür, dass alle Bereiche des Körpers, auch das Gehirn, mit Blut bzw. Sauerstoff versorgt werden.
Neben diesen äußeren Faktoren werden aber auch Gene dafür verantwortlich gemacht, die Risiken für den Infarkt zu erhöhen. In einer internationalen Untersuchung sind Forscher nun weiteren Risikofaktoren auf die Spur gekommen. Unter Federführung der Universität Lübeck wurden die Gene von 87.000 Personen genauer unter die Lupe genommen. Dabei entdeckten die Wissenschaftler 13 potenziell gefährliche Gene. Letztere können das Risiko für den Infarkt erheblich steigern.
Unbekannte Mechanismen der Gene
Wie Forscher mitteilen, können die Gene allein durch ihr Auftreten das Infarktrisiko um bis zu 17 Prozent steigern. Durch die Entdeckung wachsen die Gefahren für viele Menschen deutlich. Wirklich für den medizinischen Alltag verwertbar sind die Daten der Wissenschaftler aber erst, wenn auch die Wechselwirkungen der Gene entschlüsselt sind. Denn die betreffenden Erbinformationen sollen abseits von Cholesterin und Blutdruck wirken. Was bislang fehlt, ist ein verlässlicher Test, der das Infarktrisiko abbildet.
Herzinfarkt ein Zusammenspiel verschiedener Risiken
Die Entdeckung der Gene macht deutlich, dass die Neigung zum Herzinfarkt nicht allein von der Lebensweise abhängt. Trotz dieser Erkenntnis ist eine gesunde Lebensweise immer noch ein Mittel gegen den Infarkt. Hohe Cholesterinwerte, mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung sowie Rauchen und Stress sind wichtige Risikofaktoren, die den Herzinfarkt begünstigen können. Und die niemand unterschätzen sollte – auch in jungen Jahren nicht.
Weitere News:
Ultimatum: Bahr fordert Rückzahlungen von Kassen
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr verliert die Geduld mit den gesetzlichen Krankenkassen. Nachdem er bereits vor Wochen zu Beitragsausschüttungen aufgefordert hatte und nur einige wenige Krankenkassen mit Überschüssen seinem Wunsch… mehr
Montgomery: Wettbewerb zwischen PKV und GKV ist vernünftig
Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, hält einen Wettbewerb zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung für vernünftig. In einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt spricht er über… mehr
Stiftung Warentest prüft Auslandsreise-Krankenversicherung
In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (06/2012) hat die Stiftung Warentest 47 weltweit geltende Tarife für Auslandsreise-Krankenversicherungen geprüft. Obwohl Finanztest in diesem Jahr strengere Bewertungskriterien einsetzte, erhielten sechs… mehr
PKV: Flexibler Einsatz von Altersrückstellungen
Die privaten Krankenversicherer stehen nach wie vor wegen enormer Beitragserhöhungen in der Kritik. Nun schlägt der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. vor, die Beitragssteigerungen für die Versicherten mittels der Rückstellungen… mehr
