Heilmittel belasten PKV weniger als die GKV

Aus dem Zahlenbericht der PKV zur Entwicklung für das Jahr 2010/2011 geht eindeutig hervor, dass die PKV im Vergleich zur GKV bei der Erstattung von Heilmitteln deutlich spart. Die Art und Weise wie dies getan wird, ist jedoch nicht rechtens und wurde durch das Bundesinnenministerium bereits mehrfach verurteilt. 

Pro Kopf Kosten deutlich geringer

Die Kostenschraube für die Ausgaben von Heilmitteln dreht sich in der PKV deutlich langsamer als in der GKV nach oben.

Während in der PKV im Jahr 2010 etwa 800 Millionen Euro für Heilmittel ausgegeben wurden, was 4,76 Prozent mehr waren als noch 2009, sind die Kosten in der GKV um 5,5 Prozent auf 4,5 Milliarden gestiegen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Betrachtung eines einzelnen Versicherten.

Im Pro-Kopf-Bereich legte die PKV um lediglich 2,93 Prozent zu, während in der GKV ein doppelt so großer Anstieg um 5,97 Prozent zu verzeichnen gewesen ist. Für die Versicherten der PKV sind niedrigere Kosten sicher ein positives Signal. Allerdings gelten einige Praktiken als fragwürdig – wie die Erstattung von Heilmitteln unter Berücksichtigung der beihilfefähigen Höchstsätze als Erstattungsobergrenze für beihilfeberechtigte Personen in der PKV.

Heilmittel als Entscheidungsgrund

Angesichts dieser Tatsache sollten sich beihilfeberechtigte Neukunden, die sich für den Eintritt in die PKV interessieren und auf der Suche nach einer passenden Versicherung sind, auch in puncto Heilmittel sehr genau informieren. Gerade die Randbereiche des Leistungskatalogs werden teilweise in verschiedenen Vergleichen ausgeblendet, obwohl sie ein Entscheidungskriterium sein können.

Aus Expertensicht ist es daher unbedingt erforderlich, die private Krankenversicherung genau zu prüfen – auch über die bekannten Leistungsmerkmale, wie das Einbett-Zimmer und die Chefarztbehandlung, hinaus. Und auch für das Heranziehen einzelner PKV-Testberichte und Ratings gilt dieser Grundsatz, denn ohne Prüfen der Details bzw. Hintergründe kann die PKV – aufgrund der schwierigen Rückkehrmöglichkeiten in die GKV – schnell zu einem Bumerang werden.

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