HanseMerkur: Private Krankenversicherung setzt weiter auf Billigtarife

Aufgrund der viel kritisierten Billigpolicen konnte die HanseMerkur Versicherungsgruppe im letzten Jahr einen deutlichen Gewinn verzeichnen. Eine Abkehr von den günstigen PKV-Einsteigertarifen kommt für die Versicherungsgruppe deshalb nicht infrage.

Von einem Rekord-Neugeschäftsvolumen spricht die HanseMerkur Versicherungsgruppe in einer aktuellen Pressemitteilung. Im Jahr 2011 entschieden sich über 200.000 Personen für eine private Krankenvollversicherung bei dem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, weitere 25.455 Neukunden verzeichnete die HanseMerkur bei der privaten Zusatzversicherung.

Im Marktvergleich konnte die Versicherungsgruppe 2011 nach der Debeka sogar den zweitstärksten Branchenzuwachs in dem Segment der Krankenvollversicherung verbuchen. Rund 75 Prozent des Umsatzwachstums im letzten Jahr führt die Hamburger Versicherungsgruppe auf die Einsteigertarife zurück, die insbesondere von Verbraucherschützern in der Vergangenheit heftig kritisiert worden waren.

HanseMerkur hält an Billigtarifen fest

Für das Jahr 2012 plant die Versicherungsgruppe ein vergleichsweise moderates Wachstum und will an den PKV-Billigtarifen festhalten. Der stellvertretende Vorstandvorsitzende der HanseMerkur, Eberhard Sautter, versicherte, dass die günstigen Policen keine Probleme verursachen könnten.

Da die HanseMerkur die Billigpolicen schon seit rund zehn Jahren in ihr Geschäftsmodell integriert habe, sei man bereits mit der Vermarktung und der Risikoberechnung vertraut, so Sautter. Insbesondere wegen Fehlkalkulationen hatten andere private Versicherungsgesellschaften die Billigtarife in der Vergangenheit aus ihrem Sortiment entfernen müssen. Anders offensichtlich die HanseMerkur: Die Versicherungsgruppe verzeichnet weiterhin positive Zahlen. Auch durch die Nulltarif-Brillenversicherung in Kooperation mit der Optikerkette Fielmann gewann die Versicherungsgruppe im vergangenen Jahr 391.568 neue Kunden und steigerte damit den Umsatz.

Wettbewerb mit dualem Krankenversicherungssystem

Im Zuge der Diskussion um eine Reform der privaten Krankenversicherung (PKV) plädierte der Vorstandsvorsitzende der HanseMerkur, Fritz Horst Melsheimer, für den Erhalt des dualen Krankenversicherungssystems von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. In einem Pressegespräch sagte er: „Kapitaldeckung macht das PKV-System demographiefest, schafft Generationengerechtigkeit und entlastet zusätzlich das Gesundheitssystem.“ Eine Abschaffung der PKV könnte die Qualität des Gesundheitsmarktes kaum fördern, wohl aber würde sie einen deutlichen Kostenschub verursachen, so Melsheimer.

Interessenten können hier die Tarife der HanseMerkur direkt online berechnen.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr