HanseMerkur: PKV führt neue Annahmerichtlinien ein

Die PKV führt abseits der Schlagzeilen um die gesetzliche Krankenversicherung ihren eigenen Kampf für eine nachhaltige und zukunftssichere Versicherungsstruktur. Besonders in den letzten Monaten stand in diesem Zusammenhang besonders das Problem der Nichtzahler im Mittelpunkt. Die HanseMerkur PKV will jetzt mit neuen Annahmerichtlinien gegen das Problem säumiger Nichtzahler in den eigenen Reihen vorgehen.

Neue Regelungen für Selbständige

In Zukunft will die HanseMerkur Krankenversicherung bei ihren Neukunden noch genauer hinschauen, was den Beitritt in die PKV betrifft.

Eine Absicherung im Rahmen einer privaten Krankenversicherung ist dann nur noch möglich, wenn:

  • Der Hauptwohnsitz über 24 Monate Bestand hatte und,
  • nachgewiesen werden kann, dass in den letzten 24 Monaten eine GKV oder PKV bestand.

Für den Nachweis bezüglich des Wohnsitzes verlangt die HanseMerkur Krankenversicherung ab 1. August 2011 eine Bescheinigung des zuständigen Einwohnermeldeamtes (Ausländer müssen zudem eine Kopie der Ausweispapiere einreichen). Für den Bestand einer Alt-Krankenversicherung muss der letzte Versicherer eine Bescheinigung ausstellen. Ohne beide Bescheinigungen will die HanseMerkur Neukunden für „klassische“ PKV-Tarife ablehnen, für den Basistarif gilt weiter der Kontrahierungszwang.

Probleme in der PKV hausgemacht

Während die HanseMerkur Krankenversicherung mit den neuen Annahmerichtlinien den Hebel auf der Seite der Neukunden ansetzt, gehen andere Krankenversicherer einen Schritt weiter und wollen verstärkt mit Auskunfteien zusammenarbeiten. Dabei ist ein Teil der Probleme hausgemacht. So hat zumindest die Central Krankenversicherung letzte Woche zugegeben, dass gerade im Einstiegstarif Ecoline die Zahl der Nichtzahler besonders hoch ist.

Über sogenannte Billigtarife versuchen die privaten Krankenversicherer neue Kunden anzulocken, in der Hoffnung, dass diese später in einen der Komforttarife wechseln. In den Augen von DKV und Central Krankenversicherer erfüllen diese Einstiegstarife diese Aufgabe aber nicht. Hinzu kommt das Problem, dass Beitragszahler, die ihrer Zahlungspflicht nicht mehr nachkommen, seit Anfang 2009 nicht mehr ohne Weiteres gekündigt werden kann. Im vergangenen Jahr soll sich deren Zahl branchenweit auf fast 90.000 bewegt haben.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr