Handynutzung: Kritik an dänischer Krebsstudie

Erst kürzlich veröffentlichten dänische Wissenschaftler eine Studie zur Bedenklichkeit der Handynutzung und gaben bezüglich des Zusammenhangs zwischen Mobiltelefonie und Hirntumoren Entwarnung. Jetzt wird diese Studie immer heftiger von anderen Experten kritisiert, welche die Ergebnisse mitunter sogar als „wertlos“ beschreiben. Die Frage, ob Handys Krebs auslösen können, ist damit wieder offen.

Zweifel an dänischer Studie

Am 20. Oktober 2011 hatten die Forscher ihre Studienergebnisse im „British Medical Journal“ veröffentlicht.

Zugrunde lagen der Untersuchung Daten aus dem dänischen Krebsregister. Insgesamt wurden die Daten von 350.000 Personen untersucht – über einen Zeitraum von 18 Jahren. Eigentlich vermutet man angesichts des Umfangs der Studie aussagekräftige Ergebnisse für die Frage, ob Handys Krebs auslösen können. Die Studie antwortete hier mit einem klaren „Nein“.

Allerdings weisen jetzt Wissenschaftler und Organisationen auf die Schwächen der Studie hin. Zu den Kritikern gehört unter anderem „Robin des Toits“, eine Nichtregierungsorganisation aus Frankreich und Dens Henshaw aus Großbritannien. Letzterer ist Professor in Bristol. Was die Kritiker an der dänischen Studie am meisten stört, ist die Tatsache, dass Vieltelefonierer aus beruflichen Gründen in der Untersuchung nicht berücksichtigt worden.

Hirntumor: Zwischen Ursache und Wirkung

Ein weiterer Kritikpunkt: Hirntumore bilden sich im Regelfall erst nach Jahrzehnten aus. Setzt man die Verbreitung der Mobiltelefonie mit diesem Fakt ins Verhältnis, wird klar, wo die Schwachstelle der dänischen Studie in den Augen vieler Experten liegt. Für verlässliche Ergebnisse muss ein deutlich längerer Zeitraum beobachtet werden bzw. der Ansatzpunkt der Studie anders aussehen.

Eine Tatsache, welche dazu führt, dass die Studie aus Dänemark in ein neues Licht gerückt wird. Was unterm Strich bleibt, ist allerdings die Frage, welche Wirkung die Mobiltelefonie letzten Endes hat. Bisher müssen Experten hier eine Antwort schuldig bleiben. Und selbst die WHO (Weltgesundheitsorganisation) schließt nicht aus, dass das Handy bei überdurchschnittlicher Nutzung gesundheitliche Folgen haben kann.

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