GOZ: Steigende Kosten für Zahnarztbehandlung

Die vom Bundeskabinett am Mittwoch den 21 September 2011 verabschiedete Änderung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), führt für die Patienten zu höheren Kosten für das Jahr 2012. In der GOZ sind alle Leistungen von Zahnärzten aufgelistet, die nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden und somit von den Patienten selbst getragen werden müssen.

Veraltete Regelungen erfordern Neuauflage der Verordnung

Die zahnärztlichen Leistungen, die von der Versicherung übernommen werden, sind zumindest bei den gesetzlichen Versicherern überschaubar und können nur mithilfe einer Zusatzversicherung erweitert werden.

Bei der privaten Krankenversicherung ist die Wahl des Tarifes entscheidend, wieviel die Versicherung übernimmt, es sind aber bis zu 100 Prozent möglich. Da seit der Einführung der Gebührenordnung 1988 keine Änderungen mehr vorgenommen worden sind, ist es dringend notwendig aktuelle Behandlungsmethoden und moderne Techniken aufzunehmen.

Es wird aber auch eine Anpassung der Honorare für Zahnärzte in der GOZ untergebracht werden. Diese sieht eine Kostensteigerung von sechs Prozent vor, aber besonders die privaten Versicherer kritisieren diese Entwicklung, denn sie erwarten einen Kostenanstieg in den kommenden Jahren von bis zu 20 Prozent. Gleichzeitig gibt der PKV-Verband aber auch bekannt, dass eine Anhebung der Honorare für Zahnärzte nicht notwendig ist, da diese, durch GOZ-Anpassungen, in den vergangenen Jahren bereits weit über Durchschnitt gestiegen sind. In den vergangenen Jahren sind die Kosten der privaten Versicherer für zahnärztliche Behandlungen um 36 Prozent gestiegen, im medizinischen Durchschnitt aber nur um 17 Prozent.

Opposition erhebt schwere Vorwürfe gegen Regierung

Für die Opposition ist die Änderung der GOZ durch die Regierung ein klares Anzeichen dafür, welcher Versichertengruppe sie wirklich wohlwollend gegenübersteht. Der Abgeordnete Steffen-Claudio Lemme (SPD) erklärte dazu: „Durch die neue Runde von Mehrbelastungen für die gesetzlich Versicherten beweist die Bundesregierung erneut, welcher Klientel sie wirklich dient.“ Die SPD verurteilt damit die erneute Kostenschraube für gesetzlich Versicherte, die wieder einmal tiefer in die Tasche greifen müssen.

Auf der anderen Seite lobte der Gesundheitsbeauftragte der FDP Heinz Lanfermann die Neuregelung und erklärte, dass es sich um ein „tragfähiges Ergebnis, das die Interessen aller Beteiligten ausgewogen berücksichtigt“ handelt.

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