GOZ: Opposition kritisiert höhere Zahnarzthonorare
Zwischen den Leistungserbringern und denen, die Leistungen im Bereich der Zahnmedizin bezahlen müssen, ist ein heftiger Streit über die neue GOZ (Gebührenordnung der Zahnärzte) entbrannt. Dazwischen stehen die Patienten, für welche die Folgen der Änderungen bisher nicht absehbar sind. Jetzt hat auch Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, eindeutig Stellung gegen höhere Honorare für Zahnärzte bezogen und heizt die Debatte damit noch zusätzlich an.
Wohlstand am Zahnersatz erkennbar
Gegenüber der „Rheinischen Post“ machte Karl Lauterbach seinem Ärger Luft.
Gleichzeitig warf Karl Lauterbach der schwarz-gelben Bundesregierung eine Politik vor, die sich nur an den Interessen einer einzelnen Klientel orientiere, anstatt für die Belange der Durchschnittsverdiener einzustehen. Bereits jetzt seien die Ausgaben für einen Zahnersatz so hoch, „dass ihn sich Durchschnittsverdiener nicht mehr leisten können“. Aber die Honorarerhöhungen stoßen nicht nur bei der Opposition auf Unverständnis.
Hohe Einnahmen der Arztpraxen
Auch die Versicherer reagierten in den letzten Wochen verstimmt auf die Pläne der Bundesregierung. Insbesondere die PKV rechnet mit erheblichen Steigerungen bei den Ausgaben und zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Gesetzgeber dem Versicherer keine Öffnungsklausel zugesteht. Wieviel eine Zahnarztpraxis verdient, belegen Zahlen des Spitzenverbandes der GKV. Demnach kommen Praxen in den alten Bundesländern auf einen Ertrag von mehr als 170.000 Euro, in den neuen Bundesländern liegt der Ertrag bei 110.000 Euro.
Den Stein ins Rollen brachte die Novellierung der GOZ, für welche die Regierung Honorarsteigerungen in Höhe von sechs Prozent vorsieht. Allerdings gehen die Versicherer davon aus, dass die Berechnungsgrundlage der Regierung in der Realität anders ausfällt und sich dadurch zweistellige Honorarsteigerungen für die Zahnärzte ergeben.
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