GOZ-Novelle wird von Ärzten unter Beschuss genommen

Das Gesundheitsministerium will die Honorare für Zahnärzte anheben. In einem Gesetzesentwurf zur GOZ sollen die Einkünfte um sechs Prozent steigen. Den Zahnärzten ist dies aber zu wenig, sie kritisieren den Entwurf des Gesundheitsministers scharf. Der Chef der Bundeszahnärztekammer nannte den Entwurf zur GOZ-Novelle sogar „betriebswirtschaftlich nicht akzeptabel“.

KZBV übt heftige Kritik

Eigentlich sollte die Novelle der Gebührenordnung für Zahnärzte alle Beteiligten ruhig stellen.

Sechs Prozent mehr beim Honorar ist besser als keine Anhebung für die Ärzte. Und die private Krankenversicherung hätte nicht ganz so hohe Kostensteigerung zu schlucken. Allerdings sind die Reaktionen eindeutig. Die Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung nahm den Entwurf des Gesundheitsministeriums heftig unter Beschuss.

Die KZBV fordert stattdessen eine Anpassung der Honorare im zweistelligen Bereich. Mit einem Honorarniveau von 1988 ist eine vernünftige und zeitgemäße Versorgung der Patienten nicht zu machen. Jürgen Fedderwitz, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung bezeichnete den Entwurf der Novelle daher als „für Patienten wie Zahnärzte gleichermaßen desaströs“. Der medizinische Fortschritt sei laut Fedderwitz „wirtschaftlich nicht zu machen“. Seitens der Zahnärzte ist man also alles andere als zufrieden mit der geplanten Anhebung der Honorare.

Gegensätzliche Interessen im Gesundheitswesen

Die aktuelle Auseinandersetzung um die Neufassung der GOZ zeigt, wie gegensätzlich die Interessenlage ist. Auf der einen Seite stehen die Zahnärzte, die nicht nur auf inhaltliche Änderungen pochen, sondern sich von der Neufassung der Gebührenordnung ein Einkommensplus erhoffen. Auf der anderen Seite ist dem Gesundheitsministerium und den Krankenversicherungen an niedrigen Kosten im Gesundheitswesen gelegen, was eine angemessen Reform der GOZ noch schwieriger macht.

GOZ nur die erste Runde

Die Novelle zur Gebührenordnung für Zahnärzte ist nur die erste Runde, der sich das Gesundheitsministerium stellen muss. Der wohl wesentlich größere Brocken betrifft die Gebührenordnung für Ärzte, die auf einem ähnlichen Stand wie die GOZ ist. Auch hier wird damit zurechnen sein, dass sich PKV, Gesundheitsministerium und Ärzte einen erbitterten Schlagabtausch liefern werden.

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