GOZ – Gesetzesnovelle stößt auf Kritik

Lange wurde diskutiert, jetzt ist es amtlich. Die Zahnärzte sollen nach Ansicht des Bundesgesundheitsministeriums durch die Novellierung der Gebührenordnung höhere Honorare erhalten. Die Steigerung liegt mit sechs Prozent aber unter den Vorstellungen der Zahnärzte, die eine Anhebung der Honorare im zweistelligen Bereich gefordert hatten. Seitens der PKV stößt die neue GOZ auf heftige Kritik.

 

Höhere Honorare durch neue Gebührenordnung

Über die Gebührenordnung für Zahnärzte war bereits in den vergangenen Wochen teilweise heftig gestritten worden.

Während die Vertreter der Zahnärzte einen signifikanten Anstieg forderten, machte sich die private Krankenversicherung für eine Öffnungsklausel stark, um mit Ärzten bzw. Ärztevertretungen eigene Verträge abschließen zu können. Von diesem Standpunkt aus betrachtet ist der Gesetzesvorschlag, den das Gesundheitsministerium vorgelegt hat, für alle Beteiligten eine Niederlage.

Denn die Ärzte sollen lediglich mit einer Anhebung der Honorare in Höhe von sechs Prozent zufriedengestellt werden. Damit bleibt die Novellierung der GOZ weit hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig muss aber auch die PKV auf die Öffnungsklausel verzichten. Und übt scharfe Kritik an dem Gesetzesvorschlag.

PKV: Keine Honorarerhöhung nötig

In den Augen der Krankenversicherer ist eine Anpassung der Honorare für Zahnärzte nicht nötig. Der Grund: In der Vergangenheit sind die Honorare bereits gestiegen. Daher sieht die PKV in diesem Bereich auch keinen Nachholbedarf. Die Ärzte sehen die Situation natürlich völlig anders. Hier wird die Anhebung aufgrund der augenscheinlich niedrigen Höhe kritisiert. Der Gesetzesentwurf sei inakzeptabel, da die Kostenentwicklung der letzten Jahre nicht berücksichtigt wird.

Mehrbelastung für alle Versicherten

Welche Tragweite der Gesetzesentwurf hat, bleibt vielen Versicherten bislang verborgen. Besonders betroffen sind von höheren Honoraren nach der GOZ Privatpatienten, die die Kosten zuerst zu spüren bekommen. Aber auch Versicherte der GKV werden früher oder später damit konfrontiert. Zusätzliche Leistungen, die aus eigener Tasche beim Zahnarzt finanziert werden, rechnen die Ärzte über die GOZ ab. Und bitten damit am Ende auch die Versicherten der GKV zur Kasse.

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