GKV: Zu hohe Kosten im Managementbereich

Kürzlich hat der Bundesrechnungshof die Auswertung seines Berichtes über die Haushaltsführung und die Wirtschaftlichkeit der GKV dem Bund vorgelegt. Nicht nur einer Kasse wurden darin grobe Fehlkalkulationen bescheinigt. Besonders im Mietkostensektor verzeichnen Krankenkassen hohe Verluste und mieten ungeeignete Flächen an. Der Bundesrechnungshof fordert nun Konsequenzen in Form eines Aufsichtsrates, der Mitverträge vor Abschluss genehmigt.

Grobe Fahrlässigkeit beim Mieten von Bürofläche

Der Bundesrechnungshof (BRH) war regelrecht entsetzt und unterstellte den Krankenkassen teilweise ein „krasses Missmanagement“, besonders in den Bereichen der Anmietung von Büro und Vertriebsflächen gehe viel Geld verloren.

Hier wurden vom BRH zwei Beispiele angebracht, die offenlegen, wie unüberlegt teilweise mit den finanziellen Mitteln umgegangen wird. Von einer Krankenkasse wurde demnach eine Bürofläche von 32.000 qm angemietet, jedoch fanden nur 13.500 qm Verwendung, der Rest wurde mit erheblichen Verlusten untervermietet. In einem weiteren Beispiel wurden von 19.000 gemieteten Quadratmetern nur 8.000 verwendet, die restliche Fläche stand leer.

Es sind aber nicht nur Fehlkalkulationen oder Unaufmerksamkeit, teilweise werden die Mietflächen an Versicherungen mit weit schlechteren Konditionen angeboten, als es in den jeweiligen Regionen üblich ist. Von daher verlangt der BRH nun, dass es in Zukunft eine Aufsichtsbehörde geben soll, welche die Mietverträge der gesetzlichen Versicherungen gegenzeichnet und absegnet, bevor diese in Kraft treten.

Fusionen senken Verwaltungskosten nicht

Der BRH konnte aus seinen Untersuchungen ebenfalls Rückschlüsse auf die finanzielle Sicht bei Fusionen ziehen. Demnach konnte in den meisten Fällen der Plan zur Senkung von Verwaltungskosten nicht eingehalten werden, im Gegenteil – bei fast allen Krankenkassen, die kontrolliert wurden, hat man steigende Verwaltungskosten festgestellt – bis zu 18 Prozent.

Doch aller Kritikpunkte zum Trotz und gravierender Fehler, die gemacht worden sind, hat eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben, dass die Verwaltungskosten in der PKV weit höher liegen als in der GKV. Im Jahr 2010 wurden nach Angaben der TK im Schnitt 391 Euro für einen privaten Versicherungsnehmer ausgegeben. Bei den gesetzlichen Krankenkassen waren es im Schnitt nur 136 Euro. Allerdings fallen im kommenden Jahr die horrenden Maklerprovisionen der PKV aus dieser Statistik heraus.

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