GKV: WIdO legt Arzneiverordnungs-Report 2011 vor

Der Arzneiverordnungsreport stellt jährlich eine Zusammenstellung der vertragsärztlichen Arzneiverordnungen zusammen. Der Heidelberger Pharmakologen Prof. Dr. U. Schwabe und der Ökonomen Dr. D. Paffrath sind Herausgeber des Reports, der vom WIdO durchgeführt wird. Es sind laut dem Bericht, im Jahr 2010 nicht mehr Medikamente als 2009 verkauft worden, jedoch stieg der Umsatz um 4,3 Prozent.

Patentgeschützte Arzneimittel steigern Umsatz

Die vom WIdO, dem wissenschaftlichen Institut der AOK, geleitete Untersuchung, kann für 2010 eine Umsatzsteigerung, bei gleichbleibenden Verkaufszahlen nachweisen.

Im Gegensatz zu den Verkaufszahlen für Medikamente, der sich fast unverändert auf dem Niveau von 2009 gehalten hat, ist der Umsatz im Jahr 2010 um 4,3 Prozent, auf 29,7 Milliarden Euro gestiegen. Hauptverantwortlich waren auch 2010 die patengeschützten Medikamente. Allein mit ihnen wurden 14,2 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Dies entspricht einer Umsatz Steigerung von 7,5 Prozent im direkten Vergleich mit dem Vorjahr.

Die nur geringe Steigerung ist, laut der Herausgeber, besonders auf die gesetzliche Erhöhung der Rabattverträge zwischen den Krankenkassen und den Pharmaerzeugern von sechs auf 16 Prozent zurückzuführen. Die zum 1. August 2010 in Kraft getretene Regelungen wird auf alle Arzneimittel ohne Festbetrag angewendet. So konnten allein durch den neuen Herstellerrabatt rund 450 Millionen Euro eingespart werden.

Mit Generika können weitere 4,7 Milliarden eingespart werden

Auch wenn mithilfe der Rabatte der Pharmakonzerne und dem Einfrieren der Preise auf dem Niveau vom 1. August 2009, die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen gesenkt werden konnten, sind laut Expertenschätzungen zufolge weitere Einsparungen in Milliardenhöhe möglich. So soll allein die Verwendung von Generika, also Produkte die den gleichen Wirkstoff enthalten aber eine Kopie des Originals darstellen und zu deutlich günstigeren Preisen verkauft werden, weitere 4,7 Milliarden Euro eingespart werden.

Insgesamt mussten die gesetzlichen Versicherer rund 18 Prozent ihrer Ausgaben für Medikamente aufwenden. Am Beispiel der AOK´s wird deutlich, welchen Einfluss die Rabattverträge auf die Kosten haben. Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO, erklärte dazu, „Die Rabatterlöse 2010 entsprechen bei den AOKs 5,1 Prozent der Arzneimittelausgaben. Das entspricht übersetzt 34 Euro je AOK-Mitglied. Der GKV-Schnitt liegt bei 4,3 Prozent der Ausgaben.“

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr