GKV: Verzicht der IKK classic bis 2013 auf Zusatzbeitrag

Vielen Kassenpatienten dürfte der Gedanke an das Jahr 2011 rückblickend kalte Schauer über den Rücken jagen. Die Pleite der City BKK und das Thema Zusatzbeitrag haben lange für Verunsicherung gesorgt. Inzwischen scheint sich am Horizont eine Entspannung der Lage in der GKV abzuzeichnen. Neben sechs weiteren Krankenkassen hat auch die IKK classic jetzt verlauten lassen, auf einen Zusatzbeitrag bis 2013 verzichten zu wollen.

Fusionierte GKV überzeugt mit Stabilität

Die erst zum 01. August 2011 mit der Vereinigte IKK fusioniert IKK classic scheint auch in den kommenden Monaten auf Stabilität setzen zu wollen.

Diesen Eindruck erweckt zumindest die Ankündigung, bis 2013 auf einen Zusatzbeitrag verzichten zu wollen. Vom finanziellen Aspekt scheint man sich in Dresden, dem Sitz der neuen GKV, sicher zu sein, aus eigenen Mitteln die kommenden Monate bestreiten zu können.

Eine Ansicht, welche die IKK classic mit Krankenkassen wie der hkk Erste Gesundheit und der Barmer GEK zu teilen scheint. Beide Krankenversicherer ließen in den vergangenen Wochen ähnliche Standpunkte verlauten. Eine Tatsache, die auf eine solide Entwicklung der Finanzen in der GKV hinzudeuten scheint. Allerdings bleibt bei genauer Betrachtung offen, wie sich die Situation in diesem Bereich mittel- bis langfristig entwickeln wird.

Zusatzbeitrag: Was erwartet die Kassenpatienten

Auch wenn die Ankündigung der Krankenkassen sicher ein Schritt in die richtige Richtung ist – für eine langfristige Entspannung kann der Verzicht auf den Zusatzbeitrag nicht sorgen. Denn ob die GKV mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds zurecht kommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. So sind für die Überschüsse einiger Krankenkassen Einsparungen, unter anderem im Arzneimittelbereich, verantwortlich.

Was passiert aber, wenn diese Potenziale ausgeschöpft sind, die Kosten im Gesundheitswesen aber steigen? Aus Sicht vieler Experten und Branchenkenner werden sich langfristig gesehen – zumindest wenn es keine grundlegenden Strukturveränderungen gibt – die Versicherten auf den Zusatzbeitrag einstellen müssen. Ob das dicke Ende aber wirklich wie prophezeit eintritt oder es doch noch zu grundlegenden Veränderungen in der GKV kommt, werden die kommenden Jahre zeigen, in denen die Bürgerversicherung vielleicht doch Wirklichkeit wird.

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