GKV: Versicherte profitieren kaum von Milliarden

[09.12.2011]Eine florierende Wirtschaft und gute Konjunktur beschert den Kranken- und Rentenversicherungen eine hervorragende Ausgangssituation für das kommende Jahr. So wird in der Rentenversicherung ein Überschuss von 4,4 Milliarden erwartet. Und auch die Krankenversicherung schreibt schwarze Zahlen.  Die Beiträge sinken aber nur in der Rentenversicherung – und nicht in der Krankenversicherung.

Deutliche Überschüsse in der Krankenversicherung

[Berlin] Wie in den letzten Tagen bekannt geworden, steigen die Überschüsse in der gesetzlichen Krankenversicherung zum Jahresende 2011 deutlich an.

Allein zwischen 01.01.2011 und 30.09.2011 haben die Krankenkassen einen Überschuss von rund vier Milliarden Euro erwirtschaftet. Und auch, wenn Experten erfahrungsgemäß mit höheren Ausgaben im letzten Quartal rechnen – die gesetzliche Krankenversicherung dürfte mit einem Polster ab 01.01.2012 in das neue Jahr starten.

Ähnlich gut geht es auch dem Gesundheitsfonds, für den ebenfalls mit kräftigen Überschüssen gerechnet wird. Jedoch kann in der Krankenversicherung im Jahr 2012 nicht mit sinkenden Beiträgen gerechnet werden, denn die erwarteten Überschüsse von 8,6 Milliarden Euro sind bereits jetzt fest im Gesundheitshaushalt verplant. So müssen drei Milliarden Euro als gesetzliche Reserve bestehen bleiben und zwei Milliarden Euro werden als Sozialausgleich benötigt, um die Beiträge für sozial schwache Verbraucher aufzustocken.

Keine Beitragssenkung in der Krankenversicherung

Trotz der guten Ergebnisse in der Jahresabschlussbilanz der Krankenversicherer dürften Verbraucher nicht mit sinkenden Beiträgen rechnen. Das Gesundheitsministerium gab dazu die Stellungnahme: „Die derzeitige Überschreitung der Mindestgrenze der Liquiditätsreserve ist für ein nachhaltig finanziertes Gesundheitssystem unter den derzeitigen Bedingungen ökonomisch sinnvoll und zugleich im Interesse der Versicherten“ ab.

Für die Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung dürfte das kommende Jahr also wenig Neues mitbringen – schließlich versucht die Politik die Überschüsse möglichst zusammenzuhalten. Eine Tatsache, die sich vielleicht 2013 – dem Jahr der Bundestagswahl – wieder ändert. Denn dann könnte eine Beitragsentlastung der Versicherten durchaus zum Zünglein an der Waage werden. Aber vielleicht setzt sich in den Köpfen der Wähler dann ja auch die Bürgerversicherung der SPD durch.

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