GKV: Verbraucher sehen steigende Beiträge in naher Zukunft

Der demografische Wandel, der medizinische Fortschritt, teure Medikamente und die Abwanderung finanzstarker Versicherter in die PKV sind einige der Gründe, weshalb viele gesetzlich Versicherte in naher Zukunft mit steigenden Beiträgen rechnen. Gleichzeitig gehen viele davon aus, dass der Leistungsumfang weiter zurückgehen wird. Besonders Versicherte aus den ländlichen Gebieten machen sich außerdem Sorgen über den Ärztemangel.

Versicherte sind skeptisch gegenüber der Zukunft des Gesundheitswesens

Auch wenn der momentane Blick auf das Gesundheitswesen vielversprechend ist, da fast alle gesetzlichen Krankenkassen auf einen Zusatzbeitrag im Jahr 2012 verzichten bzw. diesen u. a. durch Fusionen im Frühjahr wieder abschaffen wollen – auf lange Sicht rechnen Versicherte mit Problemen.

Viele Verbraucher sind skeptisch, was die langfristige Entwicklung im Gesundheitswesen betrifft. Dies hat eine Untersuchung im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP ergeben, durchgeführt vom Institut für Demoskopie Allensbach.

Die Ergebnisse der Studie liegen der Zeitung „Welt am Sonntag“ nach eigenen Angaben bereits vor, sollen umfassend und ausführlich aber erst am kommenden Mittwoch veröffentlicht werden. Für die Untersuchung wurden 2.260 Versicherte und 522 Ärzte befragt. Rund 80 Prozent der Befragten gehen demnach von steigenden Kosten in näherer Zukunft aus, 50 Prozent rechnen gar mit Leistungseinschränkungen im Alter.

Unzureichende Versorgung im Alter

Es sind aber nicht nur steigende Kosten, welche die Verbraucher befürchten, rund 50 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass für ältere Mitbürger mit hohen Behandlungskosten die übernommenen Leistungen in Zukunft eingeschränkt werden. Des Weiteren bereiten ausbleibende Behandlungen im Alter den Verbrauchern Sorge und 75 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Pflegeheimplätze zur Mangelware werden könnten.

Viele sehen aber auch die medizinische Versorgung in Zukunft in Gefahr. Etwa jeder Zweite der Befragten hat angegeben, dass der Ärztemangel rasch voranschreiten wird. Besonders in den ländlichen Gebieten der neuen Bundesländer ist dies bereits heute zu spüren. Trotz der von vielen befürchteten negativen Aussichten sind derzeit knapp drei Viertel mit dem Gesundheitssystem zufrieden bzw. sehr zufrieden.

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