GKV-Verband: Insgesamt 22 Krankenkassen von Pleite bedroht

Die Wogen um die Insolvenz der City BKK scheinen sich langsam zu glätten. Während die Politik versucht, die Bevölkerung zu beruhigen und Entschlossenheit verbreitet, hat der GKV-Spitzenverband weitere Pleitekandidaten ausgemacht. Dies geht aus einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ hervor. Demnach sollen 22 weitere Krankenkassen von der Pleite und Insolvenz bedroht sein. Die City BKK könnte also erst der Anfang einer Entwicklung sein, die nicht nur für die Versicherten für einen „heißen“ Herbst sorgen könnte.

Ein Drittel der Deutschen betroffen

Bislang leiden unter den Folgen einer Pleite im System der GKV nur die rund 140.000 Mitglieder der City BKK.

Bestätigt sich die Sorge des GKV-Spitzenverbandes, könnte sich der Kreis Betroffener bald massiv ausweiten. Denn laut Spitzenverband der GKV sind in den 22 Krankenkassen, für welche angeblich die Gefahr der Insolvenz besteht, rund 28 Millionen Deutsche versichert. Dies entspricht mehr als einem Drittel der Bevölkerung. Damit erreicht die Meldung eine erhebliche Brisanz.

Und dürfte die Verunsicherung bei vielen Versicherten der GKV weiter anheizen. Denn wie schwer es sein kann, eine neue Krankenversicherung zu finden, hat das Beispiel City BKK mehr als deutlich gezeigt. Um welche Krankenkassen es sich dabei handelt, hat der Verband bisher nicht bekannt geben. Das eigentlich Verblüffende: Der Bericht des Spitzenverbandes der GKV soll noch vor der Pleite der City BKK angefertigt worden sein.

Gerüchte um Pleitekandidaten

Auch wenn der GKV-Spitzenverband mit dem Zeigefinger auf keine Kasse der gesetzlichen Krankenversicherung zeigen will – es gibt Gerüchte um potenzielle Pleitekandidaten. Dazu gehören unter anderem mit der DAK (Deutsche Angestellten Krankenkasse) und der Vereinigte IKK einige der großen deutschen Krankenkassen. Verantwortlich gemacht wird für die teilweise desolate Finanzlage einiger Krankenkassen der Gesundheitsfonds.

Dessen Zuweisungen reichen in einigen Regionen nicht für die Deckung der tatsächlichen Kosten im Gesundheitswesen nicht aus. Die Krankenkassen müssen Kapital nachschießen und irgendwann zum gefürchteten Zusatzbeitrag greifen. Dieser ist für viele Versicherte das Signal, die Krankenkasse zu verlassen, um entweder zu einer gesetzlichen Krankenkasse ohne Zusatzbeitrag oder gleich in die private Krankenversicherung zu wechseln. Was übrig bleibt, ist oft ein krankes, altes und damit teures Versichertenkollektiv.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr