GKV: Techniker Krankenkasse baut Überschuss aus

In den vergangenen Wochen waren gute Nachrichten aus der gesetzlichen Krankenversicherung eher Mangelware. Die City BKK musste als erste GKV den Gang in die Pleite antreten. Und auch die Meldungen zur finanziellen Lage in anderen Kassen machte wenig Hoffnung. Die Techniker Krankenkasse ( TK ) sorgt allerdings mit guten Ergebnissen aus dem letzten Jahr für den berühmten Silberstreif am Horizont. Es gibt anscheinend noch die eine oder andere GKV, deren Finanzen einen gesunden Eindruck machen.

Überschuss von einer halben Milliarde

Was angesichts der angespannten Lage bei anderen Krankenkassen besonders überrascht, ist der hohe Überschuss.

Wie die Techniker Krankenkasse bekannt gab, betrug das Plus in der Kasse insgesamt 577 Millionen Euro – also mehr als eine halbe Milliarde Euro. Schon allein dieser Betrag würde ausreichen, um manch andere GKV aus den roten Zahlen zu retten. Zum guten Ergebnis der Techniker Krankenkasse haben mehrere Faktoren beigetragen. Auch der einen Seite ist die TK im vergangenen Jahr gewachsen.

Inzwischen kommt die gesetzliche Krankenversicherung auf 5,4 Millionen beitragszahlende Versicherte, was einem Zuwachs von fast 290.000 Mitgliedern entspricht. Rechnet man noch Kinder usw. dazu, steigt der Versichertenbestand sogar noch einmal deutlich an – auf 7,7 Millionen Mitglieder. Damit ist die Techniker Krankenkasse inzwischen auf Platz 2 der deutschen GKV´s gelandet. Lediglich die Barmer GEK kann rund 0,8 Millionen mehr Versicherte vorweisen.

Heterogene Ausgabensituation

Was lässt sich aus den Zahlen der Techniker Krankenkasse noch alles ablesen? Angesichts der großen Zahl an Versicherten hat die Ausgabenverteilung der TK gewissermaßen repräsentativen Charakter. Insgesamt hat die Techniker Krankenkasse im vergangenen Jahr 2010 pro Patienten rund 1.851 Euro ausgeben müssen. Die allgemeinen Kosten sind damit um ca. 3,6 % gewachsen – allerdings nicht in allen Teilbereichen. Insbesonders die stationären Behandlungen haben sich massiv verteuert.

So musste die TK in diesem Sektor einen Zuwachs von 7,5 Prozent verkraftet. Erfreulich dagegen die Entwicklung bei den Ausgaben für Arzneimittel. Lagen die Ausgabensteigerung hier im Vergleichszeitraum noch bei 7,6 Prozent, ist der Aufwand im vergangenen Jahr deutlich gesunken – auf ein Plus von 1,6 Prozent je Versicherten

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