GKV: Rekordüberschuss von fast vier Milliarden für Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen konnten in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 einen Rekordüberschuss von knapp 4 Milliarden Euro erzielen. Die Hoffnungen vieler Patienten, dass die Beiträge dadurch jetzt sinken, sind aber unbegründet. Im Gegenteil: Die Beiträge werden laut Expertenmeinungen weiter steigen. AOKen und Ersatzkassen konnten die größten Gewinne einfahren, zusammen rund 3 Milliarden Euro.

Rücklagen im Gesundheitsfond steigen weiter an

Im Zeitraum von Januar bis September wurden demnach 133,7 Milliarden Euro in den gesetzlichen Krankenkassen für Medikamente, Behandlungen, Verwaltung u. Ä. ausgegeben.

Diesen Ausgaben stehen Einnahmen von 137,7 Milliarden gegenüber – ein Überschuss von knapp 4 Milliarden Euro. Experten warnen aber vor voreiligen Schlüssen, denn erfahrungsgemäß steigen im 4. Quartal die Ausgaben um rund 1,5 Milliarden Euro an, wodurch der bisher erzielte Gewinn teilweise wieder aufgebraucht wird.

Auch der Gesundheitsfond erzielt in diesem Jahr wieder deutliche Gewinne. Derzeit stehen Zuweisungen von 134,2 Milliarden Euro Einnahmen von 135,6 Milliarden gegenüber – ein Überschuss von knapp 1,4 Milliarden. Allerdings gehen Experten davon aus, dass – verursacht durch den „Weihnachtsgeld-Effekt“ – der Überschuss zum Jahresende noch auf 4,2 Milliarden steigen dürfte. Insgesamt würde der Gesundheitsfond dann über Rücklagen in Höhe von 8,6 Milliarden Euro verfügen.

Keine Vorteile für Kassenpatienten

Die Patienten dürften aber weder von den steigenden Einnahmen in den Kassen, noch von den wachsenden Rücklagen im Gesundheitsfond profitieren. Denn im kommenden Jahr wird mit der Pflegereform eine Kostensteigerung erwartet, für welche die Krankenkassen die Überschüsse benötigen.

Auch von den 8,6 Milliarden Euro im Gesundheitsfond werden die Kassenpatienten nicht profitieren, denn drei Milliarden Euro sind die gesetzlich festgelegte Mindestreserve, zwei Milliarden Euro werden als soziale Mittel benötigt und 2,5 Prozent für die Deckung der steigenden Gesundheitskosten. Insgesamt können die Krankenkassen aber mit den Ergebnissen zufrieden sein, denn die Ausgaben für Medikamente sind um sechs Prozent gefallen und Kosten für Behandlungen sind geringer angestiegen als erwartet.

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