GKV: Mehr Freiheiten für Krankenkassen gefordert

Nachdem im Jahr 2011 gleich zwei Krankenkassen aufgrund von finanziellen Notlagen ihren Betrieb einstellen mussten, fordern die Krankenkassen mehr Freiheit für die erhobenen Beiträge. In einem Interview sprach sich die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, daher für mehr Autonomie der gesetzlichen Krankenkassen aus. 

Bundesregierung in der Pflicht

Doris Pfeiffer forderte die Bundesregierung auf, aus den Fehlern, die bei den Pleiten der beiden gesetzlichen Krankenkassen City BKK und BKK für Heilberufe gemacht wurden, zu lernen und derartige Szenarien in Zukunft zu vermeiden.

Dafür gebe es nur einen Weg, die Krankenkassen müssen ihre Autonomie in den Beiträgen zurückbekommen. Pfeiffer weiß natürlich, dass es eine politische Entscheidung ist, wenn über die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen entschieden wird. Die einheitlichen Regelungen für alle Krankenkassen verhindern einen richtigen Wettbewerb in der GKV.

Des Weiteren sind für die Spitzenfunktionärin Zusatzbeiträge der Dolchstoß für das GKV-System. Wenn für eine Krankenkasse die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen, dann muss sie einen Zusatzbeitrag erheben, kann diesen aber nicht mit mehr Leistung oder Qualität rechtfertigen. Dies muss sich ändern und die Kassen brauchen mehr Freiheiten, um eigene Produkte zu vermarkten und sich von anderen Kassen zu unterscheiden.

Doris Pfeiffer hat zwei Wünsche

Für den GKV-Spitzenverband ist angesichts der aktuellen Lage klar, dass es nicht so weitergehen kann. Daher formulierte Doris Pfeiffer zwei Anliegen, die für ein funktionierendes Gesundheitssystem notwendig sind. Sie erklärte: „Die Kassen brauchen wieder mehr Beitragsautonomie, also die Möglichkeit den Preis der Leistungen, den Beitragssatz, selbst festzulegen. Und wir brauchen generell mehr Autonomie für die einzelne Kasse, wenn es darum geht, mit Ärzten, Krankenhäusern und anderen Leistungsanbietern Verträge zu schließen.“

Die Zusatzbeiträge waren dafür gedacht, den Wettbewerb unter den Krankenkassen zu erhöhen. Und auch wenn dieser Plan erfolgreich war, ist für Pfeiffer der Preis, den Kassen mit Zusatzbeitrag zahlen müssen, zu hoch.

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