GKV: Logo lässt AOK- und IKK-Fusion platzen

Die Fusion der Krankenkassen in Südwestdeutschland, der IKK Südwest mit den beiden AOK-Kassen aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz, schien eigentlich schon so gut wie sicher. Doch nun wurde vom Vorstand der IKK Südwest die Fusion zunächst abgelehnt. Der Grund dafür: Der AOK Bundesverband bestand darauf, dass auch in Zukunft die neue Kasse „Gesundheitskasse Südwest“ unter einem fast identischen Logo und den drei Buchstaben AOK geführt werden sollte.

IKK Interessen nicht ausreichend berücksichtigt

Der Vorschlag der IKK umfasste lediglich den in einem Kreis gezeichneten Baum als Verweis auf die AOK.

Zudem sollte die Kasse unter dem neuen Namen „Gesundheitskasse Südwest“ geführt werden. Ein Sprecher der IKK-Krankenkasse gab bekannt, dass das Auftreten der neuen Kasse unter dem vorgeschlagenen Logo nicht akzeptabel sei. Begründet wurde dies damit, dass auf die Interessen der Krankenkasse sowie deren „Versicherten, Arbeitgebern und Mitarbeitern“ nicht in ausreichendem Umfang eingegangen wird.

Die IKK ist aber weiterhin optimistisch und glaubt, dass mit beruhigten Gemütern und einem ausreichenden Abstand die Probleme behoben werden können und die Kasse wie geplant zum 1. Januar 2012 ihren Dienst aufnehmen kann. Die AOK hingegen bezeichnete die gescheiterte Fusion als „blamabel“ und gab bekannt, dass das gewählte Logo bereits ein Kompromiss gewesen sei und es keine Weiteren geben werde, so AOK Rheinland-Pfalz Chef Walter Bockemühl.

Neue Kasse ist eindeutig eine AOK

Für Bockemühl ist es von Anfang an klar gewesen, dass es sich bei der neuen Kasse eindeutig um eine AOK handelt. Sollte dies den Fusionspartnern nicht klar gewesen sein, gibt es eben keine Fusion. Schließlich sind alle drei Kassen wirtschaftlich gesund und eine Fusion ist somit keine Notwendigkeit, so Bockemühl weiter.

Das Werben der Gesundheitsminister von Saarland und Rheinland-Pfalz konnte das Scheitern der Fusion nicht verhindern. Der Gesundheitsminister von Saarland, Georg Weisweiler, ist der Überzeugung, dass die neue Kasse aufgrund ihrer Größe auch über 2020 hinaus bestehen bleiben würde – ein wichtiger Aspekt in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen.

 

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