GKV: Kassenpatienten müssen länger auf Behandlung warten

Eine neue Studie mit bekannten Ergebnissen: Gesetzlich Versicherte müssen nach wie vor deutlich länger auf einen Termin beim Spezialisten warten als Privatpatienten. Die von der Kassenärztlichen Vereinigung in Auftrag gegebene Untersuchung wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Jedoch ist ein Großteil der Patienten in beiden Versicherungsarten mit der Kompetenz der Ärzte zufrieden.

Wartezeiten von über drei Wochen

Die Studie der Mannheimer Forscher hat ergeben, dass 11 Prozent der gesetzlich Versicherten länger als drei Wochen auf einen Termin beim Arzt warten müssen, bei privat versicherten Patienten waren es lediglich vier Prozent.

Wollen gesetzlich Versicherte einen Termin bei einem Facharzt, müssen sogar fünfmal mehr Patienten länger als drei Wochen auf einen Termin warten als Privatpatienten.

Rund ein Drittel aller gesetzlich Versicherten musste für einen Besuch beim Arzt dagegen keine Wartezeiten in Kauf nehmen. Bei sieben Prozent betrug die Wartezeit einen Tag und bei 12 Prozent zwei bis drei Tage. Besonderen Unmut erzeugen aber Wartezeiten, die eine Woche betragen. Davon waren immerhin 10 Prozent der gesetzlich Versicherten betroffen. Bei Wartezeiten von bis zu bzw. über drei Wochen lag der Wert gar bei jeweils 11 Prozent. Auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Köhler, gab zu, dass einige Patienten zu lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, an einer Lösung aber gearbeitet wird. Nur die wenigsten könnten Voraussetzungen für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung erfüllen.

Vertrauensverhältnis und Kompetenz der Ärzte ist gut

Um einen geeigneten Arzt zu suchen und zu finden, sind in der jüngeren Vergangenheit mehrere Arztbewertungsportale im Internet zu finden. Unabhängige Portale standen jedoch bereits des Öfteren in der Kritik. Die Bewertungen werden zu schnell veröffentlicht, wodurch nicht genügend Bewertungen für repräsentative Ergebnisse gesammelt werden können.

Einige Krankenkassen haben daher eigene Bewertungsportale erstellt, wo erst eine bestimmte Anzahl an Bewertungen vor der Veröffentlichung gesammelt werden muss. Den Ergebnissen nach zu urteilen sind die Deutschen mit ihren Ärzten momentan sehr zufrieden. Das Vertrauensverhältnis zum Arzt wird in 91 Prozent der Fälle mit „gut“ und „sehr gut“ bewertet und die fachliche Kompetenz in 43 Prozent mit „sehr gut“ und 49 Prozent mit „gut.“ Lediglich ein Prozent bewertete das Verhältnis als „überhaupt nicht gut.“

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