GKV: Kassen mit 2 Milliarden Euro Überschuss im 2. Quartal 2011

Vordergründig ist es eine gute Nachricht, die Krankenkassen haben im 2. Quartal 2011 einen Überschuss in Höhe von 2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im direkten Vergleich mit dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung um 1,5 Milliarden Euro. Experten sind erfreut über diese Entwicklung, warnen aber auch vor zu großer Euphorie für 2012.

 Erwartungen mehr als erfüllt

Zum Ende des Jahres 2010 haben Experten einen Überschuss von rund 3 Milliarden Euro in den gesetzlichen Krankenkassen erwartet, diese Prognose dürfte bei Weitem übertroffen werden.

Durch gesenkte Ausgaben bei Pharmakonzernen konnten die Kosten in diesem Bereich deutlich gesenkt werden. Auf der anderen Seite sind aber die Ausgaben sowohl für stationäre als auch für ambulante Behandlungen deutlich gestiegen. Werden alle Größen berücksichtigt, ergibt sich eine Steigerung der Ausgaben von rund zwei Prozent.

Im gleichen Zeitraum konnten die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen aber auch um 5,5 Prozent gesteigert werden. Die Bundesbank gab bekannt, dass die für das Jahr 2011 prognostizierten Einnahmen von rund 3 Milliarden Euro auf jeden Fall erreicht werden sollten, jedoch der größte Teil davon in den Gesundheitsfonds fließen dürfte.

Düstere Zukunft für Kassen

Experten sind sich aber einig, dieser Trend wird sich nicht ewig so fortsetzten können. Die positive Entwicklung der Einnahmen für die Krankenkassen werden sich nicht nochmal auf so hohem Niveau bewegen. Zum einen werden die Zuschüsse im Bundeshaushalt um 1,5 Milliarden Euro gekürzt und sinken somit auf maximal 14 Milliarden Euro für 2012.

Expertenmeinungen gehen aber auch davon aus, dass die Ausgaben für Medikamente und Arzneimittel trotz Rabatten und Festbeträgen weiter steigen werden. Denn die Verordnung von patenrechtlich geschützten Medikamenten nimmt seit Jahren zu. Des weiteren ist in Zukunft ein schneller Anstieg der Ausgaben im Vergleich mit den Einnahmen zu erwarten. Denn der Wandel in der Gesellschaft, mit immer weiter ansteigendem Altersdurchschnitt, führt zu einem schnelleren Wachstum der Ausgaben gegenüber der Einnahmen.

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