GKV: Insolvenzgefahr als Panikmache?

Wie pleite sind die Gesetzlichen?

Wie pleite sind die Gesetzlichen?

Eine erneute Erweiterung und Änderung in den Zuweisungen zu den einzelnen Krankenkassen wird von der Techniker Krankenkasse (TK) stark kritisiert. Besonders dann, wenn Krankenkassen nach weiteren Zuwendungen suchen, obwohl sie für das Jahr 2011 und 2012 auf einen Zusatzbeitrag verzichten können. Damit geht die TK in eine andere Richtung als der Kieler Wissenschaftler Drabinski, der erst vor wenigen Tagen vor Kassen-Insolvenzen gewarnt hatte.

TK-Chef gegen neuen Finanzausgleich

Für den Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse, Professor Dr. Norbert Klusen, ist eine erneute Erweiterung und Erneuerung des Finanzausgleiches nicht nur überflüssig, sondern auch leicht zu durchschauen.

Des Weiteren ebnet dies laut Klusen den Weg in die Einheitsversicherung, in der es im Bereich der GKV nur noch eine bzw. sehr wenige Krankenkassen gibt. Er erklärte dazu: “Schon heute werden alle relevanten Erkrankungen berücksichtigt. Ein sogenanntes Vollmodell, wie es einigen offenbar vorschwebt, würde den Weg in die Einheitskasse bahnen.”

Besonderen Bezug nimmt Klusen dabei auf die Allgemeine Ortskrankenkasse Bayern, die mehr Geld aus dem Finanzausgleich fordert und damit droht, die Landesregierung Bayerns einzuschalten. Auf der anderen Seite konnte die AOK Bayern aber auf einen Zusatzbeitrag für das Jahr 2011 verzichten, und hat bereits für 2012 bekannt gegeben, keinen zu erheben. Dazu sagte Klusen: “Krankenkassen, die dauernd nach dem Staat rufen, stellen sich selbst in Frage.”

TK widerspricht anderen Vermutungen

Die Techniker Krankenkasse widerspricht damit besonders dem Wissenschaftler Thomas Drabinski, Leiter des Instituts für Mikrodaten-Analyse an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er hatte erst vor wenigen Tagen davor gewarnt, dass in Zukunft mehrere Kasseninsolvenzen bevorstehen, da die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds die Ausgaben einiger Kassen nicht decken können.

Klusen bezeichnete diese Äußerungen als „falsch und unverantwortlich“, denn bisher sind die Erfahrungen der Krankenkassen mit dem Risikostrukturausgleich noch viel zu gering, als dass die Kassen eindeutige Schlussfolgerungen ziehen könnten. Vorschnelle Veränderung des neuen Systems – ohne gesammelte Erfahrungen – sind für Klusen daher nicht ratsam.

 

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