GKV: Hälfte aller Krankenkassen droht die Insolvenz

Trotz Finanzausgleich Probleme bei GKV

Trotz Finanzausgleich Probleme bei der GKV

Der 2009 eingeführte Einheitsbeitrag und der Gesundheitsfonds sollten ursprünglich für fairen Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenkassen sorgen. Doch der Finanzausgleich hat nicht umfassend genug gegriffen. Denn jeder zweiten gesetzlichen Krankenkasse droht die Insolvenz.

Finanzausgleich verfehlt Ziel

Dem Handelsblatt liegt ein Bericht des wissenschaftlichen Beirats vor, das seit vier Monaten unter Verschluss gehalten wurde.

Danach ist der bereits in den neunziger Jahren eingeführte Finanzausgleich, durch die Änderungen im Jahr 2009 zwar effizienter geworden. Sie reichen aber dennoch nicht aus, finanziell besonders stark belastete Kassen ausreichend zu unterstützen. Die Änderungen umfassten vor allem die Berechnung der Pauschalen, die Kassen für jeden Versicherten erhalten. Demnach sind nicht nur Alter und Geschlecht entscheidend. Zusätzlich werden auch für 80 Krankheit die durchschnittlichen Kosten erstattet, was vor allem Kassen mit überwiegend älteren Patienten helfen sollte. Dies ginge aber nicht weit genug, da auch die Finanzstärke der Versicherten erheblichen Einfluss auf die Beitragseinnahmen hat. So ist etwa die Hälfte der gesetzlichen Kassen ganz konkret von einer Insolvenz bedroht und mit der derzeitigen Regelung sei weder kurz-, mittel-, noch langfristig eine Stabilisierung der derzeitigen Lage zu erwarten. Laut Thomas Dabrinski, Leiter des Instituts für Mikrodatenanalyse in Kiel, sei vielmehr damit zu rechnen, dass der Gesundheitsfonds zu einer Einheitskasse führen würde.

Weitere Änderungen geplant

Währenddessen ist eine weitere Ausdünnung des Finanzausgleichs geplant. So überlegen Union und FDP, die bisherigen 80 Krankheiten, für die eine Kostenabdeckung erfolgt, auf 30 bis 50 zu verringern. Das Gutachten des wissenschaftlichen Beirats spricht sich jedoch gegen die geplante Ausdünnung aus, um das Gesundheitswesen nicht noch stärker zu belasten.

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