GKV: Gesundheitssystem verschwendet Milliarden

Steigende Beiträge, klamme Krankenkassen und der Zusatzbeitrag – die Hiobsbotschaften aus dem Ressort Gesundheit reißen dieser Tage nicht ab. Insbesondere die Kosten sind immer Thema in den Schlagzeilen. Laut „Ärzte-Zeitung“ eigentlich unnötig. Beim Patiententag in Wiesbaden rechneten Experten vor, dass in Deutschland durch die GKV jedes Jahr ein Fünftel der erbrachten Gelder ineffizient verwendet wird.

Experten sehen in GKV Einsparpotenzial

„Das sind 100 Millionen Euro pro Tag“, so Wolfram-Armin Candidus, seines Zeichens Präsident der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten.

Zugrunde liegt seiner Berechnung eine Summe von 180 Milliarden Euro, welche die Krankenkassen der GKV erbringen. Unterm Strich ergibt sich angesichts der Berechnung ein durchaus beachtliches Einsparpotenzial innerhalb der GKV.

Wo wird in der gesetzlichen Krankenversicherung aber das meister Geld verschwendet? Laut Martin Leimbeck von der Landesärztekammer Hessen seien es vor allem Schnittstellen, an denen Kapital im Gesundheitswesen auf ineffiziente Weise versickert. Ein Punkt, der nicht erst seit dem vergangenen Wochenende kritisiert wird. Schon seit einigen Jahren weisen Experten immer wieder daraufhin, dass es gerade Randbereiche in den einzelnen Gesundheitssektoren sind, die auf den Prüfstand gehören.

Patienten und Kassen als Partner

Aber nicht nur Kritik an den Kassen wurde laut. Auch seitens der Patienten forderten Gäste des Patiententags mehr Verantwortung. Dazu müssen Kassen und Ärzte den Patienten stärker einbeziehen – nicht alles kann durch Kassen und Ärzte gelöst werden. In dieses Bild passt ein neuer Gesetzesentwurf der Grünen zur Stärkung der Patientenrechte. Darin vorgesehen sind unter anderem strengere Informations- und Beratungspflichten der Ärzte – speziell was den Bereich der IGeL-Angebote (individuelle Gesundheitsleistungen) beim Arztbesuch betrifft.

Der Patiententag in Wiesbaden sowie der Entwurf der Grünen zeigt deutlich, dass das deutsche Gesundheitswesen vor Herausforderungen steht. Der Weg, wie die Probleme in Zukunft zu lösen sind, darüber herrscht aber scheinbar keine einheitliche Meinung. Das Gesundheitswesen muss seinen Weg erst noch finden.

 

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