GKV: Ersatzkassen gegen Aus für Zusatzbeitrag der DAK

Nachdem in der vergangenen Woche die DAK bekannt gegeben hat, nach der Fusion mit der BKK Gesundheit den erhobenen Zusatzbeitrag wieder abzuschaffen, gab es erste Kritik vonseiten des Bundesversicherungsamtes. Jetzt äußerten einige Krankenkassen ihre Meinung und gaben bekannt, dass die Abschaffung des Zusatzbeitrages in der DAK eine große Belastung der Kasse bis zum Jahresende 2012 verursachen könnte.

Ersatzkassen sehen hohe finanzielle Belastung der DAK

Die Vorstände der Barmer GEK, der Techniker Krankenkasse, der KKH Allianz sowie der HEK und HKK haben zusammen einen Brief an Dr. Maximilien Gaßner, den Vorstand des Bundesversicherungsamtes verfasst.

In diesem gaben sie ihre Bedenken zur Abschaffung des Zusatzbeitrages in der neuen Krankenkasse DAK Gesundheit bekannt. Es wird befürchtet, dass ohne den Zusatzbeitrag bereits bis zum Jahresende 2012 eine so große finanzielle Belastung auf die Kasse zukommen wird, dass bereits im Folgejahr erneut ein Zusatzbeitrag notwendig wird.

Für den DAK-Vorstand ist dieser Zusammenschluss der anderen Ersatzkassen ein eindeutiger Versuch, die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit der DAK zu schwächen, so DAK-Chef Herbert Rebscher. Mit einem prognostizierten Überschuss von 330 Millionen Euro zum Jahresende 2011 ist sich der Vorstand der DAK sicher, dass sie mit einer Abschaffung des Zusatzbeitrages zum 1. April 2012 kein Risiko eingeht. Herbert Rebscher erklärte weiterhin: „Wenn wir nicht sicher wären, dass der Haushalt der neuen DAK Gesundheit die Streichung des Zusatzbeitrages zulässt, hätten wir niemals angekündigt, ihn abzuschaffen.“

DAK prüft rechtliche Schritte gegen Kassenchefs

Die DAK befindet sich gerade wieder auf einem aufsteigenden Ast und ist in der Lage, ihre finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Daher sieht sie in dem Brief der Konkurrenz nur einen Versuch, die weiße Weste der DAK zu beschmutzen und prüft gerade, ob es möglich ist, gegen die Vertreter, welche den Brief unterzeichnet haben, rechtliche Schritte einzuleiten.

Auch wenn das Bundesversicherungsamt in der vergangenen Woche skeptisch gewesen ist und die vorschnelle Veröffentlichung der Pläne verurteilt hat, wird erst die Prüfung der Zahlen nach dem Eingang des Antrages auf Abschaffung des Zusatzbeitrages darüber entscheiden, ob die DAK auf die Erhebung eines Zusatzbeitrags verzichten darf.

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