GKV: Elektronische Gesundheitskarte kostet 300 Millionen

Die elektronische Gesundheitskarte wird ab 01. Oktober an die ersten Kassenpatienten ausgegeben. Damit erhalten die Versicherten der GKV eine Karte, welche die Krankenversichertenkarte ablösen und mittelfristig die Kommunikation zwischen den Ärzten verbessern soll. Ein Ziel, das aber noch lange nicht in Sicht ist, denn bisher kann die Karte nur wenig mehr als die Krankenversichertenkarte – und kostet in der Einführung rund 300 Millionen.

70 Millionen Versicherte erhalten Karte

Bevor die elektronische Gesundheitskarte allerdings tatsächlich flächendeckend im Einsatz ist, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Medienberichten zufolge sollen im ersten Jahr rund sieben Millionen Versicherte die Karte erhalten, was in etwa einem Zehntel aller Versicherten entspricht, welche zur GKV gehören. Wie lange sich die Einführung hinziehen wird, ist offen. Deutlich konkreter sind dagegen die Vorstellungen, welche Kosten die neue Gesundheitskarte unterm Strich verursachen wird.

Prognosen gehen von einem finanziellen Aufwand aus, der sich im Bereich von 300 Millionen Euro bewegt. Darin fließt nicht nur der Kostenfaktor ein, welcher durch die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte an die Patienten verursacht wird. Auch die Aufwendungen für die Bereitstellungen der Infrastruktur schlägt in einem dreistelligen Millionenbereich zu Buche. Es bleibt angesichts der Kosten abzuwarten, ob die Karte die Erwartungen tatsächlich erfüllt.

Nutzen bisher nur auf dem Papier

Bislang besteht der Nutzen der elektronischen Gesundheitskarte im Wesentlichen nur auf dem Papier. Das Foto ermöglicht zwar bereits schon jetzt eine gewisse Missbrauchsprävention. Die Speicherung von persönlichen Daten zu Befunden, Blutbildern, Diagnosen und Behandlungen ist aber derzeit noch reine Zukunftsmusik. Dabei sind es gerade diese Daten, welche ein inter- und intradisziplinäre Kommunikation zwischen behandelnden Medizinern ermöglichen sollen.

Das große Ziel besteht darin, Doppelbehandlungen, welche auf fehlenden Befunden von anderen Ärzten beruhen, zu vermeiden. Damit ließen sich – so die Idee hinter der Implementierung einer inter- und intradisziplinäre Kommunikation – erhebliche Kosten im Gesundheitswesen sparen. Ein wesentlicher Kritikpunkt in diesem Zusammenhang betrifft allerdings den Datenschutz, da die Informationen über Patienten nicht bei den Betroffenen, sondern zentral gespeichert werden sollen.

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