GKV: DAK deckt 2010 mehr Abrechnungsbetrug auf
2010 ist der Aufdeckungsquote von Abrechnungsbetrug in der gesetzlichen Krankenversicherung gestiegen. Zumindest deuten Zahlen, welche die Deutsche Angestellten Krankenkasse veröffentlicht hat, auf diese Entwicklung hin. Laut DAK wurden allein im vergangenen Jahr 861 Fälle abgeschlossen. Gegenüber 2009 entspricht dies einer Erhöhung beim Abrechnungsbetrug um 56 Prozent. Größter Brocken sind mit einem Anteil von rund 45 Prozent Heil- und Arzneimittel.
Abrechnungsbetrug zieht sich durch alle Bereiche
Dass Ärzte, Apotheker und andere Heilberufe nicht vor schwarzen Schafen sicher sind, zeigt ein Blick in die Schlagzeilen immer wieder.
Wie die Zentrale der DAK weiter mitteilte, geht man derzeit rund 2.000 Verdachtsfällen nach. Die Aufdeckung lässt sich aber nicht einfach durch einen Anstieg des Abrechnungsbetrugs erklären. Wie die DAK in einer Pressemeldung mitteilt, ist ein Teil der aufgedeckten Fälle auch auf bessere Recherchemethoden zurückzuführen. Laut Volker zur Heide, Chefermittler bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse, rechnet das Gros der Leistungserbringer korrekt ab und „lässt sich nichts zuschulden kommen“.
Fahnder holen bei DAK Millionen zurück
Für die Deutsche Angestellten Krankenkasse lohnt sich die Arbeit der Ermittler. Immerhin haben sie im Jahr 2010 durch ihre Tätigkeit eine Summe von zwei Millionen zurückgeholt. Allein in den Bereich der Arzneimittel fallen davon 600.000 Euro. Zwar lag die Quote der aufgedeckten Fälle von Abrechnungsbetrug gegenüber der GKV nur im einstelligen Bereich. Aufgrund der teils hohen Kosten für Medikamente fällt dieser Posten aber besonders ins Gewicht.
Abrechnungsbetrug geht zulasten der Beitragszahler
Die häufigsten Fälle deckten die Fahnder der DAK im Bereich der Heilmittel mit rund 37 Prozent auf, gefolgt von ärztlichen Leistungen mit 11,4 Prozent. Wie hoch die Dunkelziffer ist, lässt sich nur erahnen. Die Zeche für den unaufgedeckten Abrechnungsbetrug zahlen am Ende die Beitragszahler. Denn die steigenden Kosten für ärztliche Leistungen, Heilmittel oder Medikamente werden am Ende durch höhere Beiträge finanziert.
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