GKV: City-BKK Versicherte vor neuen Problemen

Versicherte der Pleite gegangenen City-BKK, welche zum 1. Juli geschlossen wird, sollten sich umgehend eine neue Krankenkasse suchen, sonst könnten sie vor ernsthaften Problemen stehen. Es könnte eine monatelange Phase ohne Versicherung bevorstehen, laufende Kosten für Pflege oder Krankengeld könnten nicht mehr überwiesen werden. Behandlungen beim Arzt wären nur noch über eine Privatrechnung möglich, da die Versichertenkarte ungültig ist.

Neue Versicherung hat höchste Priorität

Auch wenn Daniel Bahr, Gesundheitsminister von der FDP, die Gemüter zu beruhigen versucht.

Und sagt, dass eine Lösung in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen gesucht wird, um eine nahtlose Versorgung zu gewährleisten, so ist Christine Richter doch der Meinung, die City-BKK Versicherten sollten auf Nummer sicher gehen und sich so schnell wie irgend möglich eine neue Krankenversicherung suchen. Eine 1. Idee kommt vom Kassenverband. So soll die gekenterte City-BKK nicht zum 1. Juli geschlossen werden, sondern noch einige Monate als City-BKK in Abwicklung über Wasser gehalten werden, um eine reibungslose und lückenlose Überführung der Versicherten in andere Kassen zu gewährleisten.

Eigeninitiative der Versicherten gefragt

Es könnte eigentlich so einfach sein, offiziell sollte jeder Versicherte sich bis Mitte Juli eine neue Kasse gesucht haben, sonst würden der Arbeitgeber, das Arbeitsamt oder der Rentenversicherer eine neue Krankenkasse suchen und den Versicherten dort anmelden. Allerdings ist das Problem, dass diese „automatische Ummeldung“ bis Mitte August oder sogar noch länger dauern könnte. Dies betrifft immerhin 168.000 ehemals City-BKK Versicherte. Auch wenn eine rückwirkende Zahlung der neuen Kasse regulär ist, so werden meist Privatrechnungen nicht bzw. nur unvollständig erstattet.

City-BKK in Zukunft kein Einzelfall mehr?

Die City-BKK ist aufgrund von einer ungünstigen Versichertenstruktur überhaupt erst in diese Lage gekommen, zu viele ältere Versicherte, die hohe Kosten verursachen aber kaum aktive solvente Beitragszahler zu haben. Da auch die Suche nach einem Fusionspartner erfolglos blieb und getätigte Zuschusse nicht ausreichten, wurde ein Zusatzbeitrag erhoben, wodurch noch mehr Versicherte wechselten und der Teufelskreis sich noch schneller drehte. Mit dem neuen Ärztegesetz könnte dieses Schicksal noch auf weitere kleine Kassen warten.

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