GKV: BKK für Heilberufe steht vor dem Aus
Die Meldung aus dem Hause der BKK für Heilberufe ist eigentlich keine große Überraschung. Zum 1. Januar 2012 steht vermutlich die nächste Schließung einer gesetzlichen Krankenkasse bevor. Der Geschäftsführer des BKK-Verbandes, Heinz Kaltenbach, erklärte, dass die Kasse „nicht mehr lebensfähig“ ist. Sollte kein Fusionspartner gefunden werden, müssen sich 80.000 Versicherte eine neue Kasse suchen.
Gesundheitsreform trägt Mitschuld an Kassenschieflage
Mit der Einführung der Selbstbestimmung bei Zusatzbeiträgen zu Beginn des Jahres 2011 wollte der Gesetzgeber den Kassen eigentlich die Möglichkeit geben, finanzielle Notsituationen selbst auszugleichen.
Es sind hauptsächlich junge und gesunde Menschen, die daraufhin die Kasse wechselten, wodurch die Zusatzbeiträge das Loch zwischen Einnahmen und Ausgaben noch weiter aufrissen. Allein die BKK für Heilberufe hat in den vergangenen Jahren einen Mitgliederschwund von ehemals 400.000 Versicherten zu heute 80.000 hinnehmen müssen. Die Suche nach einem Fusionspartner blieb bisher aber erfolglos, lediglich die AOK Hamburg/Rheinland könnte sich eine Fusion vorstellen. Dafür muss die BKK allerdings jegliche Probleme offenlegen.
Versichertenstruktur bedroht Krankenkasse
Besonders der durch den erhobenen Zusatzbeitrag entstandene Mitgliederschwund im Bereich der jungen und gesunden Versicherten macht der Kasse jetzt schwer zu schaffen. Ein sehr großer Anteil an alten und kranken Versicherten beschleunigt die Talfahrt der Versicherung. Ohne einen Zusatzbeitrag konnte die Versicherung ihre Leistungen nicht aufrechterhalten und mit Zusatzbeitrag ist die Versichertengruppe, die das meiste Kapital einbrachte, weggebrochen.
Verbandschef Kaltenbach hat aber auch darauf hingewiesen, dass man aus den Fehlern die bei der Schließung der City-BKK gemacht wurden, gelernt haben muss. Damals sind viele, hauptsächlich ältere oder kranke Versicherte, von den anderen Kassen abgewiesen worden und das trotz gesetzlicher Regelungen, die derartiges Verhalten verbieten. Um die anderen Kassen nicht auch noch in Nöte zu bringen, muss eine gleichmäßige Verteilung der Versicherten auf die anderen Kassen gewährleistet werden.
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