GKV beklagt Arbeitsmoral der Ärzte

Deutschlands Politikerelite und Ärzteschaft klagt über einen Mangel an gut ausgebildeten Ärzten in strukturschwachen Regionen. Die Ergebnisse einer Umfrage des Forsa-Institutes dürfte allerdings Wasser auf die Mühlen der Kritiker dieser Argumentation gießen. Denn laut der Studie haben deutsche Ärzte ihre Praxen pro Woche nur rund 28 Stunden für die Patienten geöffnet. Und bewegen sich in diesem Zusammenhang auf einem scheinbaren Arbeitszeitniveau unter dem vieler festangestellter Arbeitnehmer.

GKV-Spitzenverband unzufrieden mit Arztpraxen

Die Umfrage in Auftrag gegeben hatte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser zeigte sich angesichts der Untersuchungsergebnisse unzufrieden mit den deutschen Ärzten. In den Augen des Spitzenverbandes ist es kein Wunder, „warum viele kranke Menschen so lange auf einen Termin warten müssen.“ Dabei ist in den Augen die Zahl der niedergelassenen Ärzte derzeit alles andere als niedrig.

In die Studie des Forsa-Institutes mit eingeflossen sind die Stunden, in denen die Ärzte Hausbesuche machen. Ca. 96 Prozent der Hausärzte sind noch vor Ort bei ihren Patienten. Und kommen damit auf insgesamt 36 Stunden. Allerdings sind sie eine Ausnahme. Fachärzte bieten außerhalb der Sprechzeiten nur noch in rund einem Drittel der Fälle zusätzliche Sprechstunden an.

Sprechzeiten immer wieder Ärgernis

Die Sprechzeiten vieler Ärzten sind in den Augen ihrer Patienten immer wieder ein Ärgernis. Insbesondere Arbeitnehmer müssen für den Besuch beim Hausarzt freinehmen, da die Sprechzeiten zu weiten Teil in den Vormittagsstunden angelegt sind. Zusammen mit dem teilweise hohen Patientenaufkommen in den Wartezimmern ergeben sich lange Wartezeiten.

Die Gegner des „Ärztemangels“, wie GKV-Verbandschefin Doris Pfeiffer, sprechen sich gegen die Förderung von mehr niedergelassenen Ärzten aus, sondern verweisen auf eine Verteilungsproblematik zwischen über- und unterversorgten Regionen in Deutschland.

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