GKV: AOK- und BKK-Verband attackieren sich gegenseitig

Nach Bekanntgabe der endgültigen Schließung der BKK für Heilberufe wurde u. a. vom Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr davor gewarnt, ähnliche Zustände wie bei der Schließung der City-BKK entstehen zu lassen. Es würden strenge Strafen in solchen Fällen drohen, welche die gesetzlichen Krankenkassen empfindlich treffen könnten. Daraufhin meldeten einige Kassen, dass sie sich über den Eintritt neuer Versicherter freuen würden und diese mit offenen Armen empfangen.

Äußerungen Graalmanns in der Kritik

Unter den Versicherungen, die sich über die Versicherten der bankrotten BKK für Heilberufe freuen, war auch die AOK.

Der Vorsitzende des AOK Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, hatte sich jedoch mit sehr kritischen Worten an das System der Betriebskrankenkassen

gerichtet. Er erklärte, dass Versorgerkassen für die Fehler im System der BKK-Versicherungen geradestehen und im Nachhinein die „Aufräumarbeiten“ leisten müssen.

Mit dieser Aussage zog er den Zorn des BKK-Systems auf sich, die mit ebenso drastischen Äußerungen dagegen halten. So erklärte der Vizevorstand des BKK Landesverbandes Mitte, Raimund Nossek, zur die Aussage Graalmanns, dass sich hier eine Kassenart hervor tue, die den Versicherten der inzwischen geschlossenen City-BKK „als Erste die Tür gewiesen hat.“ Er erklärte zudem, dass die anfallenden Kosten, die mit der Schließung der BKK für Heilberufe entstehen, allein vom BKK-System übernommen werden. Diese werden auf rund 53 Millionen Euro taxiert.

BKK-System übernimmt volle Kosten

Für den Bundesverband der Betriebskrankenkassen ist es logisch, dass sie alle Kosten übernehmen werden. Auch nach der Schließung der BKK für Heilberufe werden die Rechnungen der bis zum Schließungstag erbrachten Leistungen bezahlt.  Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass Ärzte mit dem Stichtag 1. Januar 2012 keine Versichertenkarten der BKK für Heilberufe mehr annehmen dürfen.

Neben der hitzigen Auseinandersetzung, erklärte Jürgen Graalmann auf einem Treffen des KV Hessen weiterhin: „Ich bin dankbar, dass es inzwischen einen Wettbewerb gibt, wer die Versicherten der BKK für Heilberufe am herzlichsten Willkommen heißt“.

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