GKV: AOK Bayern bleibt 2011 ohne Zusatzbeitrag

Ein Defizit in mehrstelliger Millionenhöhe hat zuletzt die Angst vieler Versicherter in der gesetzlichen Krankenversicherung vor dem Zusatzbeitrag genährt. Unter anderem betroffen war die AOK Bayern, bei der ein hohes Defizit durch Rückzahlungen an den Gesundheitsfonds auflief. In einer Pressemeldung gab die Krankenkasse jetzt allerdings Entwarnung. Und will 2011 auf den Zusatzbeitrag verzichten.

Trotz Defizit keine Mehrbelastung

Der Verwaltungsratsvorsitzende Fritz Schösser zeigte sich erfreut über die Tatsache, dass man 2011 ohne die zusätzliche Belastung auskomme.

Er bezeichnete die „Vermeidung der von der Politik gewollten Zusatzbeiträge“ als einen Gewinn für die Versicherten seine Krankenkasse. Ob es auch im kommenden Jahr dabei bleibt, hängt von der weiteren Entwicklung ab. Und ob die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds ausreichen. Erst zum Jahresanfang erhöhte die Bundesregierung den allgemeinen Beitragssatz auf insgesamt 15,5 Prozent.

Und hob die Deckelung für Zusatzbeiträge auf. In Zukunft sollen steigende Kosten vor allem aus dem Zusatzbeitrag gedeckt werden. Angesichts von Prognosen, die in wenigen Jahren die Mehrbelastung für die Versicherten in der GKV auf einem dreistelligen Niveau sehen, alles andere als eine rosige Vorstellung. Die Ankündigung der AOK ist daher für Rentner und Arbeitnehmer zumindest ein kurzfristiges Aufatmen.

Schwieriges Jahr in Bayern

Im Freistaat sind die hohen Rückforderungen aber nicht das einzige Problem, mit dem die GKV zu kämpfen hat. Auch der Streit mit den Hausärzten ist ein Brennpunkt, an dem gearbeitet werden muss. Legen hier die Honorare zu, belastet dies den Haushalt der Krankenversicherung. Und macht die Erhebung eines Zusatzbeitrags in Zukunft wahrscheinlich. Dann müssten mehr als vier Millionen Versicherte wieder tiefer in die Tasche greifen.

Höhere Kosten nicht nur in der GKV

Abseits der Kostenspirale in der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen sich die Privatversicherten zurücklehnen – könnte man meinen. Allerdings sind auch hier Beitragsanpassungen an der Tagesordnung. Schon allein die neue GOZ wird dafür sorgen, dass die Kosten der Versicherer steigen. Und diese holen sich den Mehraufwand bei den Versicherten wieder. Die Finanzierung des Gesundheitswesens wird auch weiterhin ein heißes Eisen bleiben.

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