GKV 2060: Krankenkassen-Beitrag steigt auf 52 Prozent

Beitragssatz in Zukunft bei 52%

Beitragssatz der GKV in Zukunft bei 52%?

Die Anhebung des Beitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung auf 15,5 Prozent zum 01. Januar belastet viele Haushalte. Jetzt stellen Sie sich vor, in die Krankversicherung gehen nicht nur 15,5 Prozent, sondern mehr als die Hälfte. Zu dieser Einschätzung kommt das Institut für Gesundheits-System-Forschung in einer Studie. Im Jahr 2060 wäre laut der Untersuchung ein Beitrag von 52 Prozent notwendig, um das Gesundheitssystem weiterhin in seiner heutigen Form zu finanzieren.

Eine älter werdende Gesellschaft

Schuld an der Entwicklung ist der demografische Wandel. Während die älteren Generationen immer älter werden bzw. die Zahl der Ruheständler zunimmt, schrumpft die Gesamtbevölkerung.

Das Institut für Gesundheits-System-Forschung geht in diesem Zusammenhang von einem negativen Wachstum in Höhe von 17 Millionen aus. Demgegenüber steht ein Ansteigen der Rentnerzahlen um fünf Millionen. Unterm Strich hat in 50 Jahren jeder Arbeitnehmer seinen eigenen Ruheständler, den es mitzufinanzieren gilt.

Dies ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite: Je mehr Rentner es in der Gesellschaft gibt, umso mehr altersbedingte Erkrankungen treten in der GKV auf. Bei Schlaganfällen, Demenz und Krebsleiden prognostiziert das IGSF ebenfalls einen starken Anstieg, der für mehr Kosten im Gesundheitswesen sorgt. Schon allein aus diesem Grund müsste in Zukunft die Höhe der Beiträge zur Krankenversicherung steigen.

Massive Belastung für das Gesundheitssystem

Die Zahl der Mehrerkrankungen ist aber nicht das einzige Problem, vor dem Krankenversicherung und Gesundheitssystem stehen. Zunehmend zu spüren bekommen werden Kliniken und Pflegeheime einen Fachkräftemangel, der sich im Lauf der Zeit zu einem nachhaltigen Problem entwickeln kann. Das Institut für Gesundheits-System-Forschung geht 2060 von einer Million Fachkräfte aus, die dem System fehlen werden. Und es kommt noch schlimmer – zumindest für die Beitragszahler der Krankenversicherung.

Kostenexplosion führt zu hohen Beiträgen

In Summe führen die Probleme in der Krankenversicherung zu einem höheren Bedarf an Finanzmitteln. Und damit werden die Beiträge steigen. Bei gleichen Leistungen und Kostenstrukturen wie 2011 geht das IGSF für die GKV von einem nötigen Beitrag in Höhe von 52 Prozent aus. Es ist daher dringend notwendig, endlich geeignete Lösungsansätze für eine bezahlbare und zukunftsorientierte Krankenversicherung zu entwickeln. Eine Möglichkeit wäre das verstärkte Setzen auf die ehrenamtliche Mitarbeit.

VN:F [1.9.15_1155]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Weitere News:

Stiftung Warentest prüft Auslandsreise-Krankenversicherung

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (06/2012) hat die Stiftung Warentest 47 weltweit geltende Tarife für Auslandsreise-Krankenversicherungen geprüft. Obwohl Finanztest in diesem Jahr strengere Bewertungskriterien einsetzte, erhielten sechs… mehr

PKV: Flexibler Einsatz von Altersrückstellungen

Die privaten Krankenversicherer stehen nach wie vor wegen enormer Beitragserhöhungen in der Kritik. Nun schlägt der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. vor, die Beitragssteigerungen für die Versicherten mittels der Rückstellungen… mehr

Verbraucherschützer warnen vor voreiligen Wechsel in private Krankenversicherung

Die Kritik an der privaten Krankenversicherung reißt nicht ab. Immer wieder Vertreter der GKV über Existenzsorgen der PKV und deren langfristige Probleme. Die momentane Lage sieht aus Sicht des PKV Verbandes sehr gut aus. Im letzten Jahr… mehr

DKV: Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2011

Die DKV Deutsche Krankenversicherung blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurück. Nach eigenen Angaben wuchs der Kundenbestand der privaten Krankenversicherung aus Köln im letzten Jahr um 34.000 Versicherte, die Beitragseinnahmen… mehr