Gesundheitsversorgung: Deutsche zahlen 39 Milliarden Euro

Die privaten Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck in Deutschland gaben im Jahr 2010 insgesamt 39 Milliarden Euro für Gesundheit aus. Das Ausgabenvolumen stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden (destatis) teilte in der vergangenen Woche mit, dass sich die Ausgaben für Gesundheit im Jahr 2010 insgesamt um 3,2 Prozent auf 287,3 Milliarden Euro erhöht haben. Den größten Anteil dieser Kosten trugen dabei die Kranken- und Pflegeversicherungen, doch auch die deutschen Bürger griffen tiefer in die Tasche als zuvor. Mit 14 Prozent waren sie an den Gesamtausgaben für die Gesundheit beteiligt. Nach der sozialen Pflegeversicherung verzeichneten die Privathaushalte und Organisationen damit den zweitstärksten Anstieg, sie gaben rund 1,6 Milliarden Euro mehr aus als im Jahr 2009. Pro Kopf gerechnet zahlte jeder Einwohner rund 490 Euro für seine Gesundheitsversorgung – zusätzlich zu den gesetzlichen und privaten Sicherungssystemen.

Gestiegene Gesundheitsausgaben im Jahr 2010

Insgesamt, so teilte das Statistische Bundesamt mit, stiegen die Gesundheitsausgaben von 3.400 Euro im Jahr 2009 auf 3.510 Euro im Jahr 2010. Dies entsprach 11,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandproduktes. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) trug dabei mit 165,5 Milliarden Euro fast zwei Drittel der Gesamtausgaben. Gemeinsam mit der Pflegeabsicherung, die um sechs Prozent gestiegene Ausgaben von 21,5 Milliarden Euro zu verzeichnen hatte, kam die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung für insgesamt 65 Prozent der Gesundheitskosten auf.

Kosten der PKV

Die private Krankenversicherung (PKV) zahlte 2010 etwa 26,8 Milliarden Euro, teilte ein Sprecher des Bundesamtes mit. Damit trugen die privaten Krankenversicherer einen Anteil von 9,3 Prozent an den Gesamtkosten. Diese vergleichsweise kleinere Zahl ist darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2010 lediglich 8,9 Millionen Menschen privat krankenversichert waren. Da der überwiegende Teil der Bevölkerung in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, entstanden hier auch die meisten Kosten für die Gesundheitsversorgung der Bürger.

Weitere News:

Gericht klärt Streit um Risikozuschlag beim PKV-Tarifwechsel

Für Privatversicherte stellt der Tarifwechsel beim gleichen Versicherer oftmals eine gute Möglichkeit dar, Beiträge zu senken. Ärgerlich ist jedoch, wenn der Wechsel im Streit zwischen Anbieter und Kunden endet, der nur gerichtlich gelöst… mehr

Beschwerden gegen private Krankenversicherer 2015 weiter rückläufig

Die Zahl der Beschwerden, die beim sogenannten PKV-Ombudsmann eingehen, nimmt weiter ab. 2015 verbuchte der außergerichtliche Streitschlichter zwei Prozent weniger Beschwerden gegen private Krankenversicherer. Innerhalb der letzten fünf Jahre sank… mehr

Privatversicherte für Arbeitgeber billiger als gesetzlich Versicherte

Einer Untersuchung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zufolge sparen Arbeitgeber im Jahr 1,3 Milliarden Euro aufgrund privatversicherter Arbeitnehmer ein. Diese verursachen über ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge geringere… mehr

Private Krankenversicherung im Test: Welche ist besonders fair?

Wenn über die private Krankenversicherung (PKV) diskutiert wird, steht meist das Thema Beitragserhöhung im Fokus. Daher ist es sinnvoll, vor Abschluss eines PKV-Tarifs darauf zu schauen, wie sich die Beiträge in der Vergangenheit beim Versicherer… mehr