Gesundheitsreport 2012: Mehr Krankmeldungen wegen psychischer Leiden

Immer mehr Arbeitnehmer melden sich wegen seelischer Leiden krank. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2012 der DAK Gesundheit hervor. Auch Rückenschmerzen und Erkältungen sind häufige Gründe für Krankschreibungen.

Mehr Ausfälle durch psychische Erkrankungen

Die DAK dokumentiert seit über zehn Jahren die Entwicklung des Krankenstandes in Deutschland. Aus dem Gesundheitsreport 2012, den die Krankenkasse in Kooperation mit dem IGES Institut in Berlin erstellt hat, geht hervor, dass deutsche Arbeitnehmer immer häufiger wegen Burnout, Depressionen oder Neurosen im Job ausfallen. Neben Rückenschmerzen, Erkältungen, Bauchschmerzen und Atemwegserkrankungen sind psychische Erkrankungen mittlerweile die häufigste Ursache für Fehltage und längere Arbeitsausfälle.

Krankenstand insgesamt gestiegen

Laut Bericht lag der Krankenstand im vergangenen Jahr bei 3,6 Prozent. Im Schnitt fehlen Arbeitnehmer an 30 Arbeitstagen im Jahr. Laut DAK Gesundheit wurde damit im Jahr 2011 ein neues Rekordhoch erreicht. Die Branche mit dem höchsten Krankenstandswert (4,2 Prozent) war die öffentliche Verwaltung, die wenigsten Krankmeldungen gab es in der Branche „Bildung, Kultur, Medien“ mit 2,7 Prozent. Besonders auffällig ist laut Gesundheitsreport 2012, dass die Fehltage aufgrund psychischer Leiden massiv zugenommen haben. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil seelischer Leiden im Osten von 9,3 Prozent auf 10,6 Prozent, im Westen sogar von 12,7 Prozent auf 14,0 Prozent.

Risiko Herzinfarkt und ältere Arbeitnehmer

Schwerpunkt des Gesundheitreports 2012 ist das Thema „Job, Gene, Lebensstil – Risiko für’s Herz?“ Vor allem durch Stress, Zeitdruck und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz erkranken immer mehr Arbeitnehmer, das Risiko eines Herzinfarktes werde erhöht, so die Experten. Und auch der demografische Wandel mache sich bereits jetzt bemerkbar: „Die kollektive Alterung der Belegschaft hat bereits begonnen“, sagte Uwe Senfleben, Leiter des Regionalzentrums Frankfurt der DAK-Gesundheit gegenüber Pressevertretern. „Ältere Belegschaften haben – so zeigen es unsere Zahlen – einen höheren Krankenstand. Insofern ist demografiebedingt zu erwarten, dass der Krankenstand auch in den nächsten Jahren immer stärker steigen wird, wenn Unternehmen hier nicht gegensteuern.“

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