Gesundheitskarte kommt im April nach Sachsen

Die elektronische Gesundheitskarte kommt. Und Sachsen wird die Vorreiterrolle bei deren Einführung übernehmen. Bereits im April könnte es theoretisch mit der eGK (elektronische Gesundheitskarte) beginnen. Den Weg freigemacht hat eine Einigung zur Finanzierung der Kartenlesegeräte bzw. für die Installation der Software in den Praxen. Die Bedenken bezüglich der Datensicherheit sind aber keineswegs vom Tisch.

Ärzte erhalten Pauschale von Krankenkassen

Die elektronische Gesundheitskarte sollte eigentlich schon vor einigen Jahren eingeführt werden.

Allerdings verhinderten gegensätzliche Positionen in der Frage, wie die eGK finanziert wird, deren Einführung. Durch die zwischen gesetzlichen Krankenkassen, KVS (Kassenärztliche Vereinigung) und KZVS (Kassenzahnärztliche Vereinigung) getroffene Vereinbarung sind diese Hindernisse nun ausgeräumt. In Sachsen soll die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte pünktlich zum April starten.

Für die Installation/Anpassung der Praxissoftware erhalten Ärzte eine einmalige Zahlung in Höhe von bis zu 215 Euro. Die Pauschale für die Anschaffung der Geräte wird dagegen gestaffelt. Festinstallierte Kartenleser werden durch die Krankenkassen mit je 355 Euro bezuschusst. Für mobile Kartenleser erhalten die Ärzte einmalig 280 Euro. Bedingung ist allerdings, dass die Geräte bis 30. September 2011 bestellt werden.

Datenschützer haben Bedenken gegen eGK

Durch die Einigung sind zwar die finanziellen Hindernisse für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte aus dem Weg geräumt. Aber datenschutzrechtliche Bedenken bleiben. Geht es nach dem Willen der Befürworter, werden auf der eGK Notfalldaten und andere Informationen gespeichert. Datenschützer sehen trotz aller Beteuerungen zur Sicherheit der Daten Risiken auf den Patienten zukommen. In der Vergangenheit hat der Datenklau schließlich auch vor hochsensiblen Bereichen nicht haltgemacht.

Die Einführung verhindern können solche Bedenken wahrscheinlich nicht. Allerdings sollen auf der eGK vorerst nur die Stammdaten des Inhabers gespeichert werden. Damit will man dem Missbrauch der Gesundheitskarte vorbeugen. Wie und wann die anderen Informationen dazukommen, ist noch nicht abschließend geklärt. Einen Vorteil sehen die Befürworter der elektronischen Gesundheitskarte aber schon jetzt – den Austausch von Befunden zwischen einzelnen Ärzten.

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