Gesundheitsforen: Vorsicht vor Selbsthilfe im Internet

In der heutigen Zeit nutzen immer mehr Menschen das Internet, um sich zu informieren und ihre Erfahrungen mit anderen auszutauschen. Viele Gesundheitsforen bieten Patienten die Möglichkeit, mehr über die eigene Krankheit zu erfahren und mit anderen Betroffenen in Kontakt zu treten. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten.

Im Schutz der Anonymität fällt es Betroffenen manchmal leichter, mit anderen über die eigene Krankheit zu reden, Probleme offen anzusprechen oder auch sehr persönliche Fragen zu stellen. Im Internet existieren zahlreiche Selbsthilfeforen, auf denen Interessierte Informationen zu Krankheitsbildern und Behandlungsmethoden finden und teilen können. Dort gibt es kaum eine Krankheit, die nicht irgendwo diskutiert wird. Besonders für Patienten mit einem seltenen Krankheitsbild kann das manchmal eine gute Gelegenheit sein, andere Betroffene zu finden und sich mit ihnen über den richtigen Umgang mit ihrer Krankheit auszutauschen. Anders als in einer herkömmlichen Selbsthilfegruppe kann man hier allerdings niemals genau wissen, wer die Gesprächspartner eigentlich sind und mit welchem Zweck sie sich in einem Forum äußern. Das bedeutet auch, dass nicht alle Informationen, die man zu der eigenen Krankheit im Internet erhält, zuverlässig sind.

Seriöse Foren finden

Ob die Inhalte der Foren sachlich richtig sind, kann ein Laie häufig kaum bewerten. Betroffene sollten bei ihrer Recherche im Netz deshalb mehrere Fakten prüfen, bevor sie sich auf gefundene Informationen verlassen. Dazu gehört zum Beispiel, dass das Selbsthilfeforum ein Impressum hat, in dem ein Verantwortlicher genannt wird. Außerdem sollten Foren, die etwa von Pharmaunternehmen betrieben werden, eher nicht für die Recherche genutzt werden. Oftmals verfolgen Gesundheitsforen, die von solchen Unternehmen gesponsert sind, einen kommerziellen Zweck und sollen Patienten gezielt mit Werbung beeinflussen. Um sich ein möglichst verlässliches Bild über bestimmte Sachverhalte zu machen, sollten Nutzer immer auch verschiedene Quellen miteinander vergleichen. Hochwertige Internetseiten mit medizinischen Themen erkennt man teilweise auch an einem Qualitätssiegel, das die Aktualität und Qualität der Einträge bestätigt.

Selbsthilfe für junge Menschen

Für Jugendliche und junge Erwachsene hat NAKOS im Auftrag des Bundesfamilienministeriums eine Plattform etabliert, mit der Betroffene an hilfreiche Informationen zum Thema Selbsthilfe gelangen und kompetenten Rat erhalten können. Die Internetseite www.schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de ist speziell für junge Menschen gedacht, die sich unverbindlich im Internet informieren wollen.

Anonymität bewahren

Patienten, die sich aktiv in Gesundheitsforen beteiligen und eigene Beiträge verfassen, sollten unbedingt auf die Wahrung ihrer Anonymität achten. Bei seriösen Foren können die Nutzer in der Regel ein Pseudonym verwenden, wenn sie einen Eintrag schreiben wollen. Denn besonders sensible Daten zum persönlichen Krankheitsbild möchte wohl kaum jemand im Internet öffentlich preisgeben. Erkrankte können dafür auch eine fiktive E-Mail-Adresse nutzen, in der ihr persönlicher Name nicht erkennbar ist.

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