Gesundheitsausschuss: Diskussion um Notfalltarif in der PKV

Am heutigen Montag wird im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages über den geplanten Notlagentarif für die private Krankenversicherung (PKV) diskutiert. Sowohl der PKV-Verband als auch die Verbraucher begrüßen das Vorhaben, säumige Beitragszahler durch ein neues Gesetz finanziell zu entlasten.

PKV-Verband: Notlagentarif ist sach- und interessengerecht

Anlässlich einer öffentlichen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages am 13. Mai 2013 hat der Verband der Privaten Krankenversicherung in einer Stellungnahme den geplanten Notlagentarif begrüßt. „Die vorgeschlagene Einführung des Notlagentarifs ist sach- und interessengerecht“, heißt es vonseiten des Branchenverbandes. Der Tarif, der für säumige Beitragszahler in der privaten Krankenversicherung eine Notversorgung sowie eine unbeschränkte Versorgung bei Schwangerschaft und Mutterschaft sicherstellen soll, würde für Betroffene eine „deutliche Beitragserleichterung“ bedeuten. „Die betroffenen Versicherten erhalten eine echte Perspektive, nach Ausgleich sämtlicher Forderungen und Bezahlung der Prämien im Notlagentarif das ursprüngliche Versicherungsverhältnis fortzuführen“, so der PKV-Verband.

Keine Altersrückstellungen im Notfalltarif

Der Branchenverband führt in seiner Stellungnahme für den Gesundheitsausschuss weiterhin aus, dass mit dem Notlagentarif keine Altersrückstellungen zu bilden wären. Die Experten gehen davon aus, dass eine Versicherung im Notlagentarif für Betroffene in aller Regel nur vorübergehend bestehen würde. Wer seine PKV-Beiträge nicht mehr zahlen könne, erhalte durch die vorgesehene Neuregelung im Gesetz eine „zweite Chance“, da der aktuelle Gesetzesentwurf einen einfacheren Weg zur Rückkehr in einen normalen Tarif eröffnen würde. Letztlich würde die Einführung eines Notlagentarifs auch „im Interesse der vertragstreuen Beitragszahler“ sein, da auch diese aus Sicht des PKV-Verbandes erheblich entlastet würden.

Notlagentarif als „Win-Win-Situation“

Die vorgeschlagene Neuregelung wäre aus Sicht des Branchenverbandes demnach sowohl für die Betroffenen als auch für die gesamte Versicherungsgemeinschaft eine „Win-Win-Situation“. Mit dieser Meinung stehen die Branchenvertreter übrigens nicht allein da: Auch der Bund der Versicherten e.V. erklärte in einer Stellungnahme für den Gesundheitsausschuss, dass der diskutierte Gesetzesentwurf endlich eine Regelung der Nichtzahlerproblematik darstellen würde.

 

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