Gesundheit: Wenn die Wirtschaftskrise krank macht

Griechenland steuert immer weiter auf die Staatspleite zu. Eine Situation, die auch Auswirkungen auf Deutschland haben könnte. Jetzt hat eine Studie die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung untersucht. Und auch wenn dabei die Griechen im Mittelpunkt stehen – Deutschland ist vor einer ähnlichen Situation nicht gefeit, sollte den Auswirkungen der Wirtschaftskrise also offen ins Auge blicken.

Krise lässt Suizide steigen

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nagen am Nervenkostüm der betroffenen Bevölkerung.

Diese Tatsache haben bereits Studien zu früheren Wirtschaftskrisen belegt. Die aktuelle Situation in Griechenland zeigt aber exemplarisch, welche dramatischen Folgen aus dem drohenden Staatsbankrott entstehen können. Die Wissenschaftler der University of Cambridge haben einen deutlichen Anstieg der Suizid-Rate feststellen können. So sind die Selbsttötungen im Zeitraum zwischen 2007 und 2009 um 17 Prozent geklettert.

Noch deutlicher der Anstieg im Vergleich von 2010 und 2011. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben 40 Prozent mehr Menschen den Freitod gewählt als noch vor einem Jahr. Und auch in anderen Bereichen sprechen die Zahlen der Studie eine deutliche Sprache. Die Zahl derer, die ihren Gesundheitszustand als schlecht beschreiben, ist im Zeitraum zwischen 2007 und 2009 um 14 Prozent gestiegen.

Gesundheitswesen leidet unter Sparmaßnahmen

Wie die Forscher der University of Cambridge ebenfalls festgestellt haben, leidet unter der Krise auch das Gesundheitswesen. Einsparungen beim Personal, der Versorgung mit Medikamenten sowie im Bereich der Betreuung von Drogenabhängigen und in den Sozialprogrammen haben umgehend Einfluss auf die Bevölkerung. Weniger Menschen vertrauen dem Gesundheitswesen, die Zahl der Drogenabhängigen ist gestiegen und auch die Verbreitung von Krankheiten wie HIV hat zugenommen.

Die Studie der University of Cambridge zeichnet ein düsteres Bild von den Auswirkungen der Krise – abseits der Nachrichten. Das Fatale an der Situation ist die Tatsache, dass ein schlechter Gesundheitszustand früher oder später auch wirtschaftliche Auswirkungen hat. Griechenland könnte – wenn es hart auf hart kommt – trauriges Vorbild für das sein, was anderen Ländern der EU ebenfalls droht.

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