Gesundheit: Tuberkulose breitet sich aus

Cholera, Pocken, Lepra und Tuberkulose – in Mitteleuropa gehören diese vier Krankheiten seit Jahrzehnten zu den Diagnosen, die Ärzte zum Glück nicht mehr bzw. kaum noch stellen müssen. Im Fall von Tuberkulose stellt sich allerdings die Frage, wie lange dieser Zustand noch anhält. Denn laut WHO ist die Infektionskrankheit wieder auf dem Vormarsch. Zwar konzentriert sich das Auftreten auf Osteuropa, Asien und Afrika. Aber auch die Gefahren hierzulande wachsen.

Multiresistente Keime als Risiko

Ein großes Risiko in der wirksamen Bekämpfung längst vergessener Infektionskrankheiten sind multiresistente Keime. ]

Ein Problem, das im Gesundheitswesen an vielen Stellen auftritt. Im Fall der Tuberkulose werden solche Formen auch zu einer Gefahr für Mitteleuropa. Denn eine tödliche Krankheit, die sich nicht mehr oder kaum noch behandeln lässt, wird zum echten Risikofaktor. Allein die WHO schätzt, dass es bis 2015 rund zwei Millionen neue Fälle der MDR-TB geben wird.

2008 lag die Zahl der Erkrankungen noch bei 440.000 Fällen. Das Tuberkulose eine Infektionskrankheit mit nicht zu unterschätzenden Risiken ist, zeigen die Fallzahlen aus dem Jahr 2009. Laut WHO starben an TB 1,7 Millionen Menschen. Zwar verteilen sich die Krankheitsfälle auf insgesamt 27 Länder, von denen allein mehr als ein Drittel auf China und Indien entfallen. Aber in Zeiten der Globalisierung und weltweiter Verflechtungen innerhalb von Unternehmen sollte das Risiko einer Ansteckung nicht unterschätzt werden.

Situation in Deutschland

In Deutschland liegt die Zahl der Tuberkulose-Fälle bei wenigen tausend. Statistiken zufolge waren es 2009 rund 4.500 Fälle. Allerdings ist trotz dieser niedrigen Fallzahl sicher falsch, von einer Ausrottung der Tuberkulose zu sprechen. Denn ein Teil der Infektionen geht auch hierzulande auf die resistenten Erreger zurück. Betroffene müssen daher umgehend isoliert und entsprechend behandelt werden.

Auslöser der hier diagnostizierten TB-Fälle sind vor allem Reisen in betroffene Regionen oder die Einschleppung durch Immigranten aus Asien und Osteuropa. Insbesondere aus der letzten Region kommen multiresistente Keime, wenn Tuberkulose nicht bis zum vollständigen Abklingen behandelt wird. Experten machen sich vor allem für neue Medikamente und einen Impfstoff stark, um die Tuberkulose zu bekämpfen.

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