Gesundheit: Schönheitsoperationen werden zum Volkssport

Immer mehr Menschen legen sich unters Messer oder die Spritze. Schönheit wird zum gesellschaftlichen Standard, ohne den einige Menschen anscheinend nicht mehr leben wollen. Waren es vor einigen Jahren noch hauptsächlich Frauen, die sich behandeln ließen, so behandeln die Chirurgen mittlerweile immer mehr Männer. Besonders Botulinumtoxin (Botox) steht hoch im Kurs.

Verharmlosung durch Namenänderung

Von den Herstellern angepriesen und von der Gesellschaft für ästhetische Chirurgie (GÄCD) als vollkommen harmlos dargestellt, hat sich das Mittel Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox, in der Gesellschaft fest verankert und wird inzwischen akzeptiert.

So wird vom Generalsekretär der GÄCD, Matthias Gensior, die Behandlung mit Botox als einer der harmlosesten chirurgischen Eingriffe überhaupt bezeichnet: „Es gibt keine ungefährlichere Therapie als die Botulinumtherapie.“

Ein neuer Name soll für die Behandlung mit Botox zu einer weiteren Akzeptanz führen. So will die GÄCD das Mittel in Zukunft unter dem sehr harmlos klingenden Namen Botulinum vertreiben. Dass es sich bei Botulinumtoxin um eines der stärksten (in der Natur vorkommenden) Nervengifte handelt, wird damit aber nur noch weiter verschleiert.

Zunahme an Schönheitsoperationen

Besonders durch Filmstars und in der Öffentlichkeit stehende Personen, die es zwar meist nicht zugeben, Botox zu verwenden, aber durch eine eingefrorene Mimik in den Gesichtszügen oft enttarnt werden können, nimmt die Unsicherheit in der Bevölkerung immer weiter ab. Da durch Botox die Signalübertragung der Nervenzellen gehemmt wird, kann es bei falscher Behandlung auch zu Todesfolgen kommen, wenn die vom Gehirn gesendeten Befehle nicht bei den entsprechenden Zellen ankommen.

Eine Hochrechnung hat, trotz der von Botox ausgehenden Gefahren, ergeben, dass sich allein in Deutschland rund 70.000 Patienten im Jahr 2010 einer Botoxbehandlung unterzogen haben, was 7.000 mehr entspricht als noch ein Jahr zuvor. Hinzu kommen noch weitere rund 64.000 Faltenbehandlungen ohne Botox und 117.000 anderweitige Schönheitsoperationen. Die Schönheitschirurgen können noch eine weitere Entwicklung erkennen. Neben der Behandlung mit Botulinumtoxin und den klassischen Nasen- und Brust-Operationen erfreuen sich besonders Operationen im Intimbereich einer wachsenden Beliebtheit.

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