Gesundheit: MRT sagt Migräne-Attacke voraus

Plötzliche Kopfschmerzen, begleitet von Übelkeit, Erbrechen und einer Überempfindlichkeit gegen Licht machen Migräne-Attacken zur Qual für alle Betroffenen. Das alltägliche Leben bricht während akuter Attacken fast vollständig zusammen. Bislang war es schwer, den Zeitpunkt des nächsten Migräne-Anfalls zu bestimmen. Forschern aus Hamburg ist es jetzt gelungen, im MRT Nervenmuster zu entschlüsseln, die einer Migräne-Attacke vorausgehen. Auf Linderung müssen Patienten trotzdem warten.

Rund zehn Prozent leiden an Migräne

Die stechenden Kopfschmerzen, unter denen Betroffene leiden, sind kein Einzelfall.

Rund zehn Prozent der Menschen in Deutschland begleitet das Phänomen Migräne. Die Schmerzen können so heftig werden, dass Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die Schwierigkeit: Anfälle kündigen sich nicht durch eine typische Symptomatik an.

Im Gegenteil, viele Patienten klagen über plötzliche Migräne-Attacken. Ein Hamburger Forscherteam hat jetzt Nervenmuster von Patienten untersucht. Und ist dabei zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen, das Migräne-Patienten langfristig helfen kann. Konzentriert hatten sich die Wissenschaftler dabei auf das sogenannte Trigeminus-System. Letzteres durchzieht Bereiche von Kopf und Gehirn. Vor einem Anfall verändert sich die Aktivität des Nervensystems.

Untersuchungen mit MRT und Rosenöl

Für ihre Forschungen teilten die Wissenschaftler die Versuchsgruppe in 20 gesunde Probanden und 20 Probanden mit Migräne, die an Rosenöl und Ammoniak riechen mussten. Im MRT (Magnetresonanztomografie) zeichnete sich deutlich die Reaktion der Nerven ab. Die Überraschung: Bei den gesunden Studienteilnehmern reagierte das Trigeminus-System deutlich stärker als bei den Migräne-Patienten, die vor drei Tagen ihren letzten Anfall hatten.

Nervenzellaktivität vor Migräne-Attacken erhöht

Näherte sich ein Migräne-Anfall, war im MRT bei den Geruchstests ein Ansteigen der Nervenzellaktivität feststellbar. Während der Attacke mit den üblichen Symptomen ließ die Aktivität des Trigeminus-Systems spürbar nach. Die Forscher aus Hamburg scheinen damit einen wichtigen Parameter für die Vorhersage von Migräne-Attacken gefunden zu haben. Laut Aussage von Arne May vom Universitätskrankenhaus Eppendorf lässt sich der Migräne-Zyklus durch die Nervenzellaktivität im MRT verlässlich in Phasen einteilen.

Einen praktischen Nutzen hat die Studie bislang aber nicht. Es handelt sich um reine Grundlagenforschung, deren Ergebnisse erst im Lauf der nächsten Jahre in praktikable Lösungen zur Vorhersage von Migräne umgesetzt werden müssen. Solange können sich Patienten nur auf die bekannten Vorzeichen eines Anfalls verlassen.

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